00:00 Uhr | 07.10.2010
Der neugewählte FDP-Kreischef Steffen Plaul ist entsetzt: "Was ich im Interview mit der Linken-Abgeordneten Sojka zum Thema Leipzig-Altenburg-Airport lesen musste, hat mir beinahe die Sprache verschlagen!" Erst kritisiere sie, dass der Freistaat bei seiner Entscheidung, den Flughafen nicht mehr zu unterstützen, die volkswirtschaftlichen Aspekte völlig außer Acht lasse - um dann in der Konsequenz eine Schließung des Flughafens in den Raum zu stellen. "Die Tatsache, dass die in Nobitz ankommenden Touristen eine zusätzliche Kaufkraft von roundabout 10 Millionen Euro in die Region bringen, kann man doch nicht einfach so übergehen! Hier gilt es nicht, den Kopf in den Sand zu stecken, sondern in Erfurt immer wieder mit Fakten auf den Tisch zu hauen. Das würde ich jetzt von Frau Sojka erwarten, die sich ja auch im Wahlkampf klar pro Flughafen positioniert hat. So einfach gibt man doch nicht auf!", ärgert sich der Liberale.
Dass die Linken-Abgeordnete gar nicht weiß, wovon sie redet, macht er an ihrer Aussage zum Verkehrslandeplatz in Gera fest. "Da behauptet Frau Sojka, Gera-Leumnitz wäre ein Spaß- und Spielflugplatz für Segelflieger, Sportpiloten und Firmenvorstände, den wir kein zweites Mal in Nobitz brauchen. Zum einen finde ich es sehr bezeichnend, dass Firmenvorstände wie die von VW aus Sicht von Frau Sojka offensichtlich nur so zum Spaß fliegen. Zum anderen sollte sie sich einmal damit befassen, was die Konsequenzen einer Schließung des Leipzig-Altenburtg-Airports wären. Für die Maschinen, mit denen die VW-Vorstände regelmäßig über Nobitz nach Zwickau kommen, ist die Start- und Landebahn in Gera schlicht und einfach zu kurz. Selbst bei maximal möglicher Verlängerung reicht sie für den VW-Werksverkehr nicht aus. Was also wäre die Konsequenz? Um den Standort mit über 7.500 direkt Beschäftigten und weiteren zehntausenden Beschäftigten in der Zulieferindustrie nicht zu gefährden, müsste ein anderer, in vergleichbarer Nähe befindlicher Flugplatz gefunden werden. Ob es politisch und volkswirtschaftlich Sinn macht, den Leipzig-Altenburg-Airport zu schließen, um dann im Gegenzug zum Beispiel den Verkehrslandeplatz Chemnitz-Jahnsdorf mit Millionenaufwand auszubauen, wage ich zu bezweifeln!", erläutert Plaul und attackiert noch einmal die Linken-Politikerin: "Frau Sojka sollte erst denken, und dann reden! Wer einem VW-Vorstand unterstellt, er wäre Spaßflieger, drischt linke Stammtischparolen. Mit verantwortungsbewusster Politik für die Region und die in der Region lebenden und arbeitenden Menschen hat das nichts zu tun!"
Steffen Plaul ruft Frau Sojka dazu auf, sich an ihre Wahlkampfaussagen zu erinnern und sich mit aller Kraft in Erfurt für den Erhalt des Leipzig-Altenburg-Airports einzusetzen. "Bürgerprotest ist sicherlich gut und notwendig - in erster Linie müssen jedoch unsere so genannten 'gewählten Volksvertreter' im Erfurter Landtag endlich ihre Hausaufgaben machen. Und noch etwas: es geht hier nicht darum, den Flugplatz gegen das Theater oder das Lindenau-Museum zu stellen! Es geht bei der Diskussion um den Leipzig-Altenburg-Airport um die Verantwortung der Landespolitik für volkswirtschaftlich nachhaltige Infrastruktur. Und in einem Punkt sind wir uns doch wohl alle einig: an unserem Flughafen sind Landesmittel sicherlich weitaus besser angelegt als in diversen überflüssigen Prestigeprojekten rund um die Landeshauptstadt."
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