09:47 Uhr | 03.05.2022
Das „Rommé Bonaparte“ ist das neueste Projekt des Leipziger Illustrators und Grafikers André Martini und des ebenfalls aus Leipzig stammenden Michel Kothe, Ausstellungsmacher und Vorsitzender des Verbandes Jahrfeier Völkerschlacht b. Leipzig 1813 e.V. Ziel war es, die vielschichtige Epoche der Völkerschlacht bei Leipzig in ein ansprechendes Kartenspiel zu bannen. Und es war eine Herausforderung! Das Rommé-Kartendeck sollte spielerisch Geschichte anschaulich und dennoch möglichst historisch genau vermitteln. Bei Kindern und Erwachsenen sollte das Spiel Fantasie und Spielfreude wecken und sie ganz nebenbei für Geschichte zu begeistern.
Entstanden ist ein inhaltlich anspruchsvolles und ästhetisch hochwertiges Rommé-Deck mit französischen Kartenzeichen, das in der limitierten Erstauflage von 1.000 Stück gedruckt wurde. Dabei knüpft das Spiel durchaus an die lange Tradition mitteldeutscher Spielkartengestaltung an. Herausgeber ist das Leipziger Zinnfigurenmuseum im Torhaus Dölitz, betrieben vom oben genannten Verband. Als Partner für das Projekt konnte die Altenburger Tourismus GmbH gewonnen werden, die vom Konzept sofort begeistert war und mit ihrem Knowhow und langjährigen Erfahrung dem Projekt zur jetzigen Umsetzung verhalf.
Mit zeitloser Eleganz und viel Liebe zum Detail laden 55 Kartenmotive den Betrachter zu einer bunten Erkundungsreise ins Europa zu Zeiten Napoleons I. ein. Diese Epoche zwischen 1798 und 1815 ist einerseits von politisch-sozialen Umbrüchen und verheerenden Kriegen geprägt, andererseits zeugt sie aber auch von einem romantisch-klassizistischen Kunst- und Kultursinn und aufstrebender Wissenschaft.
In den Einzelmotiven verknüpfen sich so kleine Episoden und große historische Ereignisse zu vielfältigen Geschichten. Die Kartenmotive punkten aber vor allem mit ausdrucksstarken Figuren, charakteristischen Kostümen, eindrücklichen Szenerien und hintergründig symbolischen Miniaturen. Außerdem liegt den Bildern eine akribische historische Recherche zugrunde. Besagter Namensgeber des Spiels schwebt dabei wie ein Schatten über den Ereignissen. Für die inhaltliche Zuordnung der Bildmotive bei den Zahlenkarten diente als Anlehnung das Tarot.
Die Idee ist auch dahingehend interessant, da die Geschichte der Spielkarten selbst in vielerlei Hinsicht direkt auf die Napoleonische Zeit Bezug nehmen kann. Überhaupt hat das Karten spielen eine verbindende Eigenschaft. Über das Spielen kommt man sehr leicht ins Gespräch über längst vergangene Ereignisse. Ein Kartenspiel ist also ein perfektes Medium, um die Vergangenheit wieder ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.
Eben dies wollen Museen mit ihren Präsentationen und Projekten erreichen. Und genau dort knüpft auch die Arbeit des Verbandes Jahrfeier Völkerschlacht bei Leipzig 1813 e.V. an. Das neue Rommé-Blatt sollte aber vor allem eines sein: ein „Spielzeug“ für die ganze Familie, voller schillernder Archetypen und geistreicher Anspielungen – alles in einem zeitlos geschmackvollen Design gehalten.
Im Rahmen der Vorbereitung mehrerer Ausstellungen zum 200.Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig begannen André Martini und Michel Kothe ihre kreative Zusammenarbeit. Im Zuge dieser entstanden zahlreiche weitere Projekte zum Thema 1813 und Napoleon Bonaparte, u. a. ein Buch und ein Brettspiel.
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