17:02 Uhr | 13.06.2018
In Altenburg ist am Wochenende Gelegenheit die beiden neuesten Produktionen des Schauspiels und des Puppentheaters zu erleben. Nach den erfolgreichen Premieren steht Molières Komödie „Der eingebildet Kranke“ am Freitag und Samstag jeweils 20 Uhr open air auf dem Spielplan im Schlosspark auf der Teehauswiese. Bei schlechtem Wetter finden die Aufführungen im Landestheater statt.
Argan ist Hypochonder. Es geht ihm jeden Tag aufs Neue schlecht. Deshalb umgibt er sich mit einer Schar von Ärzten. Die bestärken ihn gern in seiner eingebildeten Krankheit und nutzen seine Wehwehchen aus, um diverse Untersuchungen und Behandlungen anzuordnen. Vor allem stellen sie Argan ihre Arbeit auch gern in Rechnung. Leidtragende ist die Tochter Angélique. Da ihr Vater unbedingt einen Arzt in der Familie haben möchte, soll sie den Medizinstudenten Thomas heiraten – verliebt ist sie aber in Cléante. Stiefmutter Bélinde sähe Angélique ohnehin am liebsten im Kloster und Argan unter der Erde. Doch das Dienstmädchen Toinette und Argans Schwester Béraldine haben einen Plan ...
Das Puppentheaterensemble kommt mit Ulrich Hubs Stück über Gott und die Welt „An der Arche um Acht“ für Zuschauer ab 8 Jahren nach Altenburg. Die Familienvorstellung am Samstag, 16. Juni, um 16 Uhr sollte man sich nicht entgehen lassen.
Tim Heilmann inszenierte mit dem gesamten Puppenspielerensemble eine philosophische Komödie, die von Olav Kröger live am Klavier begleitet wird. Es spielen: Marcella von Jan (Erster Pinguin), Sabine Schramm (Zweiter Pinguin), Lutz Großmann (Dritter Pinguin)und Lys Schubert (Weiße Taube).
Die drei Pinguine sind die allerdicksten Freunde. Natürlich streiten sie auch manchmal. Zugegeben, sie streiten und prügeln sich eigentlich ziemlich oft: Der eine wirft dem anderen vor, dass er stinkt. Der nächste erklärt, der zweite Pinguin könne nicht zählen und alle miteinander diskutieren sie, ob dieser Gott, der alles hören und sehen können soll, wirklich existiert. Da kommt die weiße Taube und berichtet, dass Gott beschlossen habe, noch einmal neu anzufangen und die Sintflut schicken werde, um alles Leben auf der Erde zu zerstören. Lediglich zwei Tickets für die rettende Arche Noah kann die Taube jeder Tierart übergeben. Auch die Pinguine bekommen zwei. Doch in der Not halten die Freunde trotz aller Streitereien fest zusammen. Kurzerhand wird der dritte Pinguin an Bord geschmuggelt. Doch schon bald droht das Versteckspiel aufgedeckt zu werden.
In dem Stück „An der Arche um Acht“ wird gleichermaßen mit Witz und Tiefgang über die Existenz einer überirdischen Macht, moralische Gebote und Verbote sowie die Angemessenheit von Strafen philosophiert. Darüber hinaus erzählt das Stück die Geschichte von ganz besonderen Freunden, die keiner trennen kann.
Die letzte reguläre Vorstellung im Großen Haus in Altenburg in dieser Spielzeit ist Bedřich Smetanas (1824-1884) „Die verkaufte Braut“ am Sonntag, 17. Juni, um 14.30 Uhr. Die Komische Oper besticht durch ihre böhmische Volkstümlichkeit, Melodienreichtum und eine farbige Instrumentation. Bei Theater&Philharmonie Thüringen inszenierte Generalintendant Kay Kuntze das Meisterwerk in der Ausstattung von Irene Suhr. Das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera spielt unter der Leitung von Takahiro Nagasaki.
Marie und Wenzel sollen gemäß dem Wunsch ihrer Väter heiraten. Kruschina und Micha wollen mit der arrangierten Ehe Erbe und Wohlstand der beiden sichern. Nachdem Michas erstgeborener Sohn als verschollen gilt, erscheint der naive Wenzel dem alten Kruschina als der ideale Schwiegersohn. Doch Marie setzt sich gegen den Plan ihres Vaters zur Wehr, liebt sie doch den Knecht Hans. Der Heiratsvermittler Kecal versucht, Hans umzustimmen. Der Außenseiter willigt scheinbar gegen Zahlung einer hübschen Summe ein und sagt sich von der Enttäuschten los. Er stellt allerdings die Bedingung, dass nur ein Sohn Michas Marie zur Frau nehmen dürfe. Dieser obszöne Handel wird von der empörten Dorfgesellschaft missbilligt und Marie ist zutiefst gekränkt. Doch dann gibt sich Hans als Michas erstgeborener Sohn zu erkennen…
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