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Kolumne

13:19 Uhr | 01.09.2017

Raus aus dem Zirkus und rein in das Chaos

Das Wildtierverbot in Altenburg ist vom Tisch. Wohlgemerkt, gab es in der Skatstadt kein generelles Verbot wilder Tiere im Zirkus. Vielmehr bezog sich das Verbot auf wenige exponierte Plätze innerhalb der Stadt. Ein Beschluss der erst vor wenigen Wochen zu Stande kam, der aber in der gestrigen Stadtratssitzung auf Antrag von Pro Altenburg und mit zahlreichen Stimmen aus SPD und einigen wenigen Stimmen der Linken wieder gekippt wurde.
Mal abgesehen davon, dass mit einem solchen Hin- und Her die Kontinuität und Glaubwürdigkeit des Stadtrates bei den Bürgern in Frage stehen dürfte, ist durchaus die Frage interessant, wem diese gestrige Entscheidung eigentlich nützt. Man kann wohl davon ausgehen, dass die Wildtiere selbst möglicherweise anders entschieden hätten. Blieben da noch die großen und kleinen Altenburger Zirkusbesucher, die es aber inzwischen, wie in vielen deutschen Städten, gar nicht mehr gibt. Das Sterben der Zirkusse zeigt, dass sie nicht so richtig in unser modernes Entertainment-Gefüge mehr passen. Schon weit vor dem in Deutschland um sich greifenden Wildtierverbot in den Kommunen hat z.B. der prominente Zirkus Probst Clownsnase und Zylinder an den Nagel gehängt und sich auf Projektzirkus an Schulen verlagert.
Tatsächlich nützt die gestrige Entscheidung nur dem Zirkusdirektor, der sich vor einigen Wochen über das in Altenburg bestehende Verbot hinweg gesetzt hat und dem ein Ordnungsgeld droht. Alle Gebührenzahler oder Parksünder sollten jetzt aufhorchen. Vielleicht kann man ja die zufällige Begegnung mit einem Stadtratsmitglied demnächst nutzen, um die Rücknahme weiterer ungeliebter Satzungen zu diskutieren. Wie müsste man im Stadtrat rotieren, wenn wirklich viele Bürger, und sogar Altenburger, davon betroffen sind. Die gestrige Entscheidung ist wohl an Peinlichkeit kaum zu übertreffen!

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