09:22 Uhr | 06.06.2025
Die Wogen in Altenburg zum Zustand der Dietrich-Bonhoeffer-Schule kochen hoch. Nachdem ein „Brandbrief“ der Direktorin der Schule an Altenburgs Oberbürgermeister an eine Zeitung durchgestochen wurde, war öffentlich von unhaltbaren Zuständen in der Schule die Rede. Vor allem die Fraktion Pro Altenburg machte im Stadtrat Druck auf die Verwaltung. Allerdings wurde bereits in einer unmittelbar folgenden Stadtratssitzung der „Brandbrief“ der Direktorin verlesen. Darin gab es keine Vorwürfe gegen die Stadtverwaltung; vielmehr wurde Altenburgs OB gebeten, sich beim Land Thüringen für mehr Lehrer einzusetzen. Sowohl der Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund als auch der Mangel an Lehrkräften lägen an der Schule weit über dem Durchschnitt.
In der Folge kündigte die Direktorin ihre Stellung. Danach wurden unter anderem in der OVZ fehlende Toiletten, desolate Fachkabinette, eine fehlende Schulspeisung sowie ein zehn Jahre altes Computerkabinett mit 13 Rechnern kritisiert.
Nach mehreren Begehungen durch Fraktionen des Stadtrates sowie Vertreter der Verwaltung und der gestrigen Stadtratssitzung ergibt sich offenbar nun ein anderes Bild. Torsten Weiß von der Stadtverwaltung zitierte aus dem Protokoll der Schulbegehung. So stimme die Situation des Computerkabinetts, allerdings sei verschwiegen worden, dass die Schule im Zuge des Digitalpakts mit Glasfaseranschluss, Schul-WLAN sowie 75 Schüler- und 16 Lehrer-Notebooks und digitalen Tafeln ausgestattet worden sei.
Bei den Begehungen seien die unsanierten, geschlossenen Toiletten gezeigt worden – nicht jedoch die sanierten, ausreichend zur Verfügung stehenden Toiletten. Das gezeigte marode Physikkabinett sei längst außer Betrieb genommen und durch ein funktionierendes Kabinett ersetzt worden. Auch Letzteres sei bei den Besuchen nicht gezeigt worden.
Das Problemkind der von 1990 bis 2005 instand gesetzten Schule sei vor allem ein undichtes Dach, was auf Baumängel bei dessen damaliger Sanierung zurückzuführen sei. Hier arbeite man seit Längerem an der Behebung. Auch das Chemiekabinett befinde sich derzeit noch auf DDR-Standard, kritisierten Vertreter von Pro Altenburg.
Diese Probleme allerdings hätten den Stadtratsmitgliedern bekannt sein müssen – immerhin habe auch Pro Altenburg der Schulnetzplanung 2022 zugestimmt. In diesem Dokument seien alle baulichen Probleme der Schulen aufgeführt – so auch die inzwischen marode Elektrik der Schule, deren Erneuerung im Haushalt 2025 eingeplant und bereits ausgeschrieben sei.
Vertreter aus CDU und der Linken kritisierten den skandalisierenden Umgang mit den Problemen der Schule durch verschiedene Zeitungsartikel. Einig war man sich im Stadtrat, dass man die Forderung Altenburgs Oberbürgermeisters gegenüber dem Freistaat nach ausreichend Lehrkräften und einem maximalen Anteil von 25 Prozent an Schülern mit Migrationshintergrund pro Schule unterstützen wolle.
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