Altenburg, 25.09.2026 06:57 Uhr

Regionales

15:36 Uhr | 09.07.2025

Die Biber kommen

Altenburg - Anlässlich der Eröffnung der neuen Sonderschau „Die Biber kommen! Rückkehr des Bibers in das Altenburger Land“ lädt das Naturkundemuseum Mauritianum gemeinsam mit der Naturforschenden Gesellschaft Altenburg (NfGA) am 15. Juli um 19 Uhr zu einem Vortragsabend ein. Aus dem Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten (TLUBN) wird Caroline Frötschner informieren, was man sich unter dem „Bibermanagement in Thüringen“ vorstellen kann, Pauline Heinze aus der Natura 2000-Station „Auen, Moore, Feuchtgebiete“ (Renthendorf) teilt ihre Erfahrungen aus dem ENL-Projekt „Biberauen – Habitatflächensicherung & Habitatentwicklung für den Biber in Thüringer Auen“ mit und last but not least verrät Kathleen Lösch (NfGA & NABU-Biberbeauftragte) Fakten zum „Auftauchen“ des Bibers im Altenburger Land. Die Veranstaltung findet im Vortragsraum des Mauritianums statt. Interessenten sind herzlich eingeladen!

 

Noch vor wenigen Jahrzehnten galt Meister Bockert, wie der Biber in Fabeln genannt wird, für fast ganz Deutschland, mit Ausnahme einer kleinen Population an der Mittelelbe, als ausgerottet. In Thüringen war die Art ab 1850 verschollen. Ortsnamen wie z. B. Bibra, Bebra oder Biberbach erinnern noch daran, dass der kräftige Nager einst im Freistaat heimisch war. Seit 2007 wandert nun der Biber wieder in seine angestammten Lebensräume in allen Thüringer Landkreisen ein – mit Ausnahme des Altenburger Landes. Zwar gab es 2021 schon Rettungsaktionen „gestrandeter“ Biber an der Schnauder bei Meuselwitz oder Beobachtungen kurzzeitiger Nageaktivitäten, z. B. im Haselbacher Teichgebiet, doch blieb eine dauerhafte Ansiedlung aus. Erst seit 2023 hinterlässt der Biber stetig seine Nagespuren an den Flussufern der Pleiße im Altenburger Land, was auf die Etablierung eines Biberreviers hoffen lässt.

 

Die aktive Lebensraumgestaltung durch Biber ist aus Sicht des Naturschutzes und des Wasserhaushalts positiv zu sehen, birgt in der stark von Menschen genutzten Kulturlandschaft aber auch Konfliktpotential. Wie die Formulierungen „Bibermanagement“ oder „Habitatflächensicherung“ in den Vortragstiteln der Referentinnen vermuten lassen, gilt es, Lösungen für Gewässeranlieger und -bewirtschafter, Jäger, Angler oder Land- und Forstwirten zu finden, um mit dem Biber konfliktfrei leben und wirtschaften zu können.

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