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Regionales

14:36 Uhr | 05.05.2021

Altenburg liegt bald am Meer

Vom 24. Mai bis 3. Juli 2021 liegt „Altenburg am Meer“. Nach einer kleinen Stippvisite im vergangenen Sommer, ist die Other Music Academy (OMA) zurück in Altenburg - mit „Mary Jane“, dem Motorsegelboot und eigener Werft am Großen Teich. Statt großem Festival in der ganzen Stadt, setzen die Macher*innen des soziokulturellen Projekts auf multimediale Teilhabe und finden neue Wege, um trotz rauer See Kultur zu teilen. Keine vier Wochen sind es mehr, bis Altenburg (wieder) am Meer liegt. Nach der erfolgreichen Kennenlern-Runde im vergangenen Sommer ist „Mary Jane“ zurück in der ostthüringischen Stadt. Nur bereichert das alte Motorsegelboot dieses Mal nicht den Altenburger Markt, sondern wird in seiner eigenen Werft am Großen Teich vom internationalen Team der Other Music Academy (OMA) seetauglich gemacht. Für sechs

Wochen erwacht der Jugendtreff „Rote Zora“ dafür zum Leben – und wäre eigentlich Dreh- und Angelpunkt eines umfangreichen Werkstattfestivals gewesen, das die ganze Stadt mit kreativen Ideen und Formaten fluten sollte. „Die Planungsphase gestaltete sich sehr aufreibend und intensiv. Vieles von dem, was ursprünglich angedacht war, kann so nicht stattfinden“, umreißt es Initiator Valentin Schmehl (30). Doch deshalb alles absagen und „einfach nichts machen“, stand für das gesamte Altenburg am Meer-Team nie zur Debatte – im Gegenteil! „Gerade in so schwierigen Zeiten wie diesen, sehen wir es als unsere Pflicht an, neue Wege der Teilhabe und des sozialen Austauschs zu finden.“ Bedeutet für „Altenburg am Meer“: Statt Laien und Profis gemeinsam, kümmern sich Expert*innen um den Umbau der „Mary Jane“ und gliedern kleine Aufgaben für Mitbürger*innen und Institutionen ein. Das Puppentheaterstück „Vom Grunde des Meeres“ wandelt sich in ein Hörspiel mit minimalem Kontakt und online-Proben, und es verlagern sich die Möglichkeiten der Einbindung von interessierten Altenburger*innen verstärkt in die (sozialen) Medien.

Altenburg am Meer vereint Soziokultur mit Kunst, Fantasie, Handwerk und gesellschaftlichen Themen. Im Zentrum steht immer das Lernen über soziale Grenzen hinweg. „Statt in verschiedene Werkstätten haben wir die Wochen nun thematisch verankert und versuchen, zu „Inklusion & Vielfalt“, „Wasser & Grenzen“, „Stadt(T)räume & Zukunft“, „Recycling & Selbermachen“ coronakonforme Anlässe des Austauschs zu schaffen“, so Mit-Organisatorin Agnes Kern (34). Besonders am Herzen liegen dem Team dabei die Schüler*innen des Altenburger Förderzentrums „Erich Kästner“, mit denen sie schon im Sommer 2020 „Altenburg am Meer“ gestalteten. „Die Pandemie-Zeit ist gerade für Kinder und Jugendliche schwierig, sozialer Kontakt zu Freund*innen kaum möglich. Wir versuchen deswegen so viel Teilhabe und sozialen Austausch wie möglich zu schaffen“, betont Valentin Schmehl und verweist auf das medienpädagogisch betreute Format „Bordfunke“, das regelmäßig auch im Bürgerradio „Radio Lotte“ aus Weimar und als Altenburger Podcast online zu hören sein wird. Ungeachtet der hohen Wellen, die „Mary Jane“ und allen Beteiligten entgegenschlagen, freuen sich Schmehl, Kern und ihr Team auf die dynamische Zeit in „Altenburg am Meer“, denn die Erfahrung hat sie gelehrt: „Am besten wird ein Projekt, wenn wir vorher nicht wissen, was am Ende herauskommt.“ Und dafür immerhin bietet das Frühjahr 2021 perfekte Voraussetzungen.

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