16:48 Uhr | 10.12.2020
Seit Dienstag, 2. Dezember arbeitet das Klinikum Altenburger Land im Notbetrieb. Das bedeutet, dass alle planbaren Eingriffe verschoben wurden, um die Versorgung der COVID-19-Patienten sowie aller anderen Patienten abzusichern und weiterhin Notfallpatienten aufnehmen zu können.
Heute liegen 67 COVID-19-Patienten im Klinikum, davon 5 auf Intensivstation. Alle Patienten werden bei Aufnahme auf das Corona-Virus getestet. Es verstärkt sich die Tendenz, dass Patienten mit unterschiedlichen Diagnosen mit negativem Testergebnis bei Aufnahme dann 2 bis 3 Tage später eine COVID-19 –Erkrankung entwickeln und verlegt werden müssen. Zunehmend ist auch die Zahl von Notfallpatienten, deren OP aus anderen medizinischen Gründen notwendig ist. Durch die Testung wird festgestellt, dass sie Corona-positiv sind und daher als COVID-19-Patienten nach der OP auf der Intensivstation im Corona-Bereich liegen müssen.
Um weiterhin für alle Patienten sorgen zu können, wurden im Klinikum Altenburger Land verschiedene Maßnahmen getroffen:
Corona-Bereich Normalstation
Die Stationen wurden umgelegt. Ab morgen wird die dritte Station zur „Corona-Station“ und eine vierte Station übernimmt die Aufgaben der Corona-Screenig-Station.
Einsatz von medizinischem und Pflegepersonal
Gerade im pflegerischen Bereich spitzt sich der Personalmangel zu. Einerseits sind Mitarbeitende selbst u.a. auch an Corona erkrankt oder befinden sich in Quarantäne. Die Patienten werden daher auf weniger Stationen konzentriert, als im Normalfall. Der Einsatz von Pflegekräften aus der Ev. Lukasstiftung wird gerade vorbereitet. Vor allem die Auszubildenden des 2. und 3. Jahres unterstützen die Pflegebereiche der Stationen.
Auf Corona positiv getestete Mitarbeitende, die symptomfrei sind, arbeiten auf den Corona-Stationen.
Ärzte der Neurologie und der Chirurgie übernehmen Dienste auf den Corona-Stationen.
Besuchsregeln
Das Besuchsverbot bleibt bestehen. „Aufgrund der hohen Inzidenz können wir die Besuche der Väter auf der Mutter-Kind-Station bis auf weiteres nicht mehr erlauben“ bedauert Chefärztin Denise Riedel. Neue Regelungen gelten auch für die Anwesenheit der werdenden Väter bei der Geburt. Diese kann nur für einen möglichst kurzen Zeitraum ermöglicht werden. Hierzu erfolgt eine individuelle Absprache im Kreissaal.
Unterstützung durch die Bundeswehr
Ab Montag werden 10 Soldaten der Bundeswehr erwartet, die im Klinikum zum Einsatz kommen sollen, u.a. im Transportdienst, im Lager oder am Empfang, um die dort Tätigen zu unterstützen.
Die Soldaten werden im Klinikbereich in Schmölln untergebracht. Die Techniker im Klinikum bereiten bereits jetzt dort die Quartiere vor.
Unterstützung der Pflegeheime
Ärzte des Klinikums bieten Pflegeheimen im Umkreis ihre Hilfe an. Erste Erfahrungen zeigen, dass diese Hilfe gut angenommen wird. Die Abklärung medizinischer Probleme vor Ort in den Pflegeheimen erspart den Bewohnern oft aufwändige Transporte oder den Krankenhausaufenthalt.
„Mit diesem Bündel an Maßnahmen wollen wir absichern, dass wir trotz der außergewöhnlichen Lage weiter aufnahmebereit für die Notfälle in der Region sein können“ so der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Jörg Berrouschot.
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