13:47 Uhr | 30.06.2020
Einen Fördervertrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) über 6.700 Euro für die Sanierung der Dachkonstruktion der St. Nikolaikirche in Langenleuba-Niederhain erreicht den Gemeindekirchenratsvorsitzenden Thomas Naumann dank einer zweckgebundenen und einer Nachlassspende in diesen Tagen. Auf diese Weise leistet die DSD ihren Beitrag zur Planungssicherheit für die Bauherren, ihre Architekten und hochqualifizierten Handwerksbetriebe, um diese wichtigen Arbeitsplätze erhalten zu helfen. Die St. Nikolaikirche gehört zu den über 500 Objekten, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Thüringen fördern konnte. Die Kirche besitzt besondere lokalhistorische, städtebauliche Bedeutung und architektonische Bedeutung.
St. Nikolai liegt inmitten des ehemaligen Friedhofs. Das im Kern romanische Gebäude wurde im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut. So wurde die bestehende Kapelle durch den Anbau des Langhauses erweitert, als im 16. Jahrhundert die Einwohnerzahl des Dorfes stark anstieg. Nach einem Blitzschlag musste der Turm über der Glockenstube neu errichtet werden. Die Pläne dazu lieferte der fürstliche Baumeister Gottfried Samuel Vater, der in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts auch das Altenburger Residenzschloss erweitert hat. In dieser Zeit wurden auch die beiden Emporen eingebracht. Außerdem stammen die barocken Malereien und Verzierungen aus dieser Phase.
1903 baute man das Innere der Kirche grundlegend um. Die umlaufenden, im Norden und Süden zweigeschossigen Emporen entstanden und die Ladegast-Orgel wurde von der Ost- auf die Westempore verlegt. An der Ostempore mit der Kanzel ersetzte man die steinernen Emporensäulen durch gusseiserne. Die plastisch verzierten Emporenbrüstungen wurden erneuert, die Decke neugestaltet von Oskar Jakobi nach barockem Vorbild mit den beiden Gemälden der Taube des Heiligen Geistes und der Opferung des Isaaks.
Heute ist die Kirche ein einschiffiger Putzbau mit eingezogenem, querrechteckigem Chorturm und Apsis mit Kalotte. Ein hohes verschiefertes Mansarddach mit Dachhäuschen deckt das Schiff, das hohe Hochrechteckfenster belichten. Strebepfeiler zwischen den Fenstern stützen die Wand. Im Chor befindet sich ein frühbarocker schwebender Taufengel. In der Ostapsis befinden sich zwei aufwändige Epitaphien für den Pfarrer Johann Martin Braunhardt (gestorben 1711) und Johann Christoph Braunhardt (gestorben 1724) sowie im Nordanbau ein aus dem Langhaus versetztes Epitaph für Johann von Kuntzsch (gestorben 1714), den Erbauer des Schlosses.
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