12:55 Uhr | 12.04.2019
Auf Einladung der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) und der Thüringer Staatskanzlei diskutierten Fachleute und Gäste aus Politik, Medien, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft am 11. April 2019 in der Vertretung des Freistaats Thüringen beim Bund über lokale und regionale Medienvielfalt. Anlass für das Zusammentreffen war die Präsentation des vom Institut für Europäisches Medienrecht e. V. (EMR) erstellten Gutachtens „Aktive Sicherung lokaler und regionaler Medienvielfalt – Rechtliche Möglichkeiten und Grenzen“.
TLM-Direktor Jochen Fasco hob die besondere Rolle lokaler und regionaler Medien für eine demokratische Gesellschaft hervor und verdeutlichte deren schwierige wirtschaftliche Situation anhand aktueller Entwicklungen. „Die Medienwelt befindet sich in einem grundlegenden Wandel: Medien sind heute digital, interaktiv, vernetzt, multimedial, konvergent, smart, mobil und global. In der Folge sind vor allem die lokalen und regionalen Informationsangebote in den letzten Jahren massiv unter Druck geraten. Traditionelle Geschäftsmodelle brechen zusammen, Reichweiten gehen zurück und speziell Jüngere wenden sich neuen Medien zu“, so Fasco. Vor diesem Hintergrund forderte er die Entwicklung und Umsetzung geeigneter Regulierungs- und Gestaltungsinstrumente. Deshalb hat die TLM in Kooperation mit der Thüringer Staatskanzlei ein Rechtsgutachten zur Erfassung, Aufbereitung und Analyse aktueller Finanzierungsformen und Förderstrategien im Bereich lokaler Informationsangebote in Auftrag gegeben, das in seinen Ergebnissen die richtige Richtung weist.
Dr. Jörg Ukrow, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des EMR, stellte das Gutachten vor. Darin werden die Notwendigkeit und die Dringlichkeit einer Förderung lokaler und regionaler Medieninhalte ausführlich belegt. Außerdem werden viele Hinweise und Anregungen für die Entwicklung konkreter Fördermodelle und -instrumente geliefert. Diskutiert werden zudem die einschlägigen europa- und verfassungsrechtlichen Vorgaben und anhand ausgewählter Beispiele wird erläutert, welche Finanzierungsformen und Förderstrategien schon heute in verschiedenen Ländern und Staaten praktiziert werden. Auf dieser Basis wird der Frage nachgegangen, welche Modelle zulässig und geeignet sein könnten, zum Erhalt bzw. der Schaffung vielfältiger lokaler Medienlandschaften beizutragen.
Im Ergebnis wird deutlich, dass die bisher vorhandenen Maßnahmen zur lokalen und regionalen Vielfaltssicherung von direkten finanziellen Förderungen über gesetzliche Privilegierungen bis hin zu Must-Carry-Verpflichtungen dem Ziel nachhaltiger Förderung nur bedingt genügen.
Darüber hinaus zeigt Europa aber auf, dass es auch andere zulässige Mittel zur Förderung des regionalen Qualitätsjournalismus gibt: Sie reichen von einer Bezuschussung hin zu einer allgemeinen Verbesserung der Rahmenbedingungen für Vielfalt durch Aus- und Weiterbildung von Journalisten. Möglich ist sowohl eine direkte Medienförderung in Form unmittelbarer finanzieller Zuwendungen des Staates an Medienunternehmen als auch Maßnahmen der indirekten Medienförderung, z. B. über Steuererleichterungen oder Medienkompetenz- und Forschungsförderung.
Der Minister für Kultur-, Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Thü-ringer Staatskanzlei, Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, betonte in seinem medienpolitischen Ausblick: „Mit dem Gutachten liegt eine rechtsvergleichende Betrachtung für eine effektive, rechts- und vielfaltswahrende Medienförderung vor, die nicht nur von rechtspolitischem Erkenntnisinteresse im Hinblick auf mögliche Vorbilder für eine staatsvertragliche oder autonom landesgesetzliche Fortentwicklung des Rechts der Sicherung lokaler und regionaler Vielfalt in den Medien ist. Sie ist auch von europarechtlicher Relevanz.“
In der Podiumsdiskussion „ Lokale und regionale Medienvielfalt – kein Auslaufmodell! Braucht es einen medienpolitischen Artenschutz?” bekräftigten unter Moderation von Steffen Grimberg (MDR-Medienportal Medien 360G) mit Prof. Dr. Mark D. Cole, Wissenschaftlicher Direktor des EMR, Jochen Fasco, Direktor der TLM, Thomas Kralinski, Staatssekretär und Bevollmächtigter des Landes Brandenburg beim Bund und Mike Langer, Geschäftsführer von altenburg.tv alle Beteiligten die Bedeutung lokaler und regionaler Meinungsvielfalt für die demokratische Entwicklung der Gesellschaft. Die Panelteilnehmer diskutierten Chancen und Risiken bestehender und neuer Unterstützungsmaßnahmen und die Frage der Staatsferne des möglichen Mitteleinsatzes von Steuergeldern zu diesen Zwecken.
In der Diskussion wurden folgende Vorschläge für effektive Förderung und Sicherung lokaler und regionaler Medienvielfalt thematisiert:
23.04.2026
Altenburg - Unser News-Update aus dem Altenburger Land - Es wird ernst mit einem spektakulären Drogenfund in Ostthüringen – hier... [mehr]
30.04.2026
Altenburg - Die Wirtschaftsvereinigung Altenburger Land begrüßte Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John. Boos-John, die... [mehr]
30.04.2026
Die Kulturtipps für das Altenburger Land im Mai, mit Dr. Sophie Oldenstein. Studiogäste Schauspielerin Leah Eleonora Geber und der... [mehr]
28.04.2026
Mit dem Schaufenster-Spaziergang „Altenburg entdeckt Altenbourg“ macht das Lindenau-Museum Altenburg vom 5. Mai bis zum 23. August 2026... [mehr]
28.04.2026
East meets West – Kammerkonzert im Heizhaus Altenburg Unter dem Titel „East meets West“ lädt das Theater Altenburg Gera am Sonntag,... [mehr]
28.04.2026
Diesen Schultag werden sie nicht so schnell vergessen: 43 Mädchen und Jungen der Grundschule Karolinum halfen jetzt der Stadt bei... [mehr]
23.04.2026
Altenburg - Das Mauritianum hat eine Sammlung, welchebis zur Gründung der naturforschenden Gesellschaft im 19. Jahrhundert... [mehr]
22.04.2026
Jedes Kind kennt ihn mittlerweile wieder in Thüringen – Meister Bockert, den pelzigen Gesellen mit seiner „Kelle“. Seit 2007 ist er... [mehr]
23.04.2026
Altenburg - Der soziale Staat ist in aller Munde – doch gerade bei klammen Kassen wird soziale Arbeit oft nur als reiner Kostenfaktor... [mehr]