00:00 Uhr | 08.12.2010
In den letzten Tagen überschlugen sich die Informationen zum Finanzloch des Theaters. Ging man bisher von einem Defizit in Höhe von 1,85 Mio. Euro aus, fielen im vergangenen Kreistag schon Zahlen von über 3 Mio. Euro.
Die Junge Union sieht diese Entwicklung mit großer Sorge. Sie ist der Meinung, dass neben dem überaus wichtigen Kampf um die Zukunft des Theaters parallel die Auf-klärungsarbeit stattfinden sollte, um in Zukunft nicht die gleichen Fehler sofort wieder zu begehen. Bisher konzentrierte sich die Kritik fast ausschließlich auf den Intendanten Prof. Oldag, dies hält die JU für zu kurz gegriffen. So ist sie der festen Überzeugung, dass derartige Finanzlöcher nur entstehen können, wenn auch die Aufsicht über die Geschäfts-führung versagt, was den Blick direkt auf den Aufsichtsrat und vor allem auf seinen Vorsitzenden Oberbürgermeister Wolf lenkt. Der Jungen Union ist unbegreiflich, dass jetzt, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist, alle auf den Intendanten zeigen und behaupten, dass sich das 3-Mio.-Loch schon lange angedeutet hätte. Wenn dem so ist, dann fragt sich die JU, warum dieser offensichtlichen Fehlentwicklung nicht vom Aufsichtsrat entgegengewirkt wurde, denn das wäre schließlich seine Aufgabe gewesen. Ein Finanzloch dieser Größenordnung darf keinem Aufsichtsrat entgehen und erst Recht keinem Aufsichtsratsvorsitzenden, egal wie lange er schon im Amt ist.
Im Sinne des Grundsatzes Aufklärung und Rettung parallel stattfinden zu lassen, fordert die JU zum Wohle des Theaters neben Konsequenzen für die Geschäftsführung auch den Rücktritt des Vorsitzenden des Aufsichtsrates der TPT Theater und Philharmonie Thüringen GmbH. Der aktuelle Rückzug von Karsten Schalla aus dem Aufsichtsrat der TPT zeigt, dass der Aufsichtsratsvorsitzende längst keinen Rückhalt mehr hat. Die vorgeworfene Vernachlässigung gesetzlicher Pflichten schreit geradezu nach weiteren
Konsequenzen.
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