14:08 Uhr | 17.07.2018
Altenburg, 17. Juli 2018 – Im Klinikum Altenburger Land steht in der Klinik für Radiologie, Interventionsradiologie und Neuroradiologie jetzt ein hochmoderner 3 Tesla-Magnetresonanztomograph (MRT) zur Verfügung. „Wir freuen uns, an dem neuen Gerät arbeiten zu können. Es besitzt ein Magnetfeld von 3 Tesla und arbeitet schneller, leiser und liefert präzisere Bilder als sein Vorgänger“ so der Chefarzt der Klinik, Dr. Albrecht Bormann, zu der größten Investition des Klinikums in diesem Jahr. Es ist für die Patienten deutlich angenehmer, sich im neuen MRT untersuchen zu lassen, da sie hier mehr Platz haben.
Das Hochfeld-MRT-Gerät ist wesentlich schneller als sein Vorgänger. Insbesondere bei Schlaganfallpatienten spielen die kürzeren Untersuchungszeiten eine große Rolle, erklärt der Chefarzt, selbst Facharzt für Radiologie und Neuroradiologie: „Wir können die Untersuchungsdauer deutlich reduzieren und bekommen noch bessere Einblicke in Details.“ Von der präziseren Detaildarstellung profitieren die Patienten der Schlaganfallstation am Klinikum; auch in der Diagnostik von Epilepsie und Multipler Sklerose ist die höhere Detailwiedergabe erwünscht. Für weitere klinische Fachrichtungen bieten sich neue Perspektiven, die Beurteilung von Knochen, Gelenken, Gefäßen und inneren Organen ist durch die brillanten Bilder wesentlich besser möglich. Insbesondere bringen auch dynamische und funktionelle Methoden neue Erkenntnisse.
Seit Anfang Juni steht der „Skyra“ der Firma Siemens für die Diagnostik der Patienten am Klinikum bereit. Mit Anschaffung des Geräts und allen Baukosten beträgt die Investition rund zwei Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgt aus Pauschalfördermitteln.
Die Umbauarbeiten haben den Mitarbeitern der Klinik für Radiologie, Interventionsradiologie und Neuroradiologie, den Patienten sowie allen anderen Beteiligten sehr viel abverlangt. Vom Ausbau des alten MRT bis zur Inbetriebnahme des neuen vergingen ungefähr zwei Monate. In dieser Zeit fanden alle Untersuchungen in einem mobilen MRT-Trailer auf dem Wirtschaftshof des Klinikums statt.
Für den neuen MRT wurde eine großzügige Kabine eingerichtet. Diese ist notwendig zum Schutz der Umgebung vor dem höheren Magnetfeld des MRT. Sie schützt auch das Gerät selbst vor sämtlichen Einflüssen aus der Umgebung, z.B. vor den Einflüssen schnurloser Telefone oder W-LAN-Netze.
Mit Hilfe eines Schwertransporters und eines Krans wurde das alte Gerät abtransportiert und das neue angeliefert. Mit Muskelkraft und Perfektion ist dann der sieben Tonnen schwere
3 Tesla-MRT über einen speziellen Fußbodenaufbau an seinen Platz im Erdgeschoss des Klinikums gerollt worden.
Hintergrundinformation zum MRT
Die Kernspin- bzw. Magnetresonanztomographie ist aus dem medizinischen Alltag nicht mehr wegzudenken. Der Name ist vom altgriechischen Wort „tome“ für Schnitt abgeleitet. Es handelt sich um eine Untersuchungsmethode, bei der Schnittbilder des menschlichen Körpers ohne Anwendung von Röntgenstrahlen erstellt werden. Zur Bilderzeugung verwendet man Radiowellen, während der Körper im Zentrum eines Magnetfeldes liegt. Je nach Art der Untersuchung dauert sie zwischen wenigen Minuten und einer Stunde und länger.
Die Patienten müssen während der Untersuchung still liegen und einen gewissen Geräuschpegel und Wärme tolerieren.
Bestimmte Metalle können durch das Magnetfeld angezogen werden und sich u.U. im Körper bewegen, sich erwärmen und im schlimmsten Fall den Patienten verletzen. Diese Gefahr besteht bei Herzschrittmachern und Defibrillatoren, Schmerzpumpen und Stimulatoren. Sie können sich erhitzen oder einfach kaputt gehen. Es ist Aufgabe der Ärzte abzuwägen, ob Patienten mit Fremdmaterialien im Körper im MRT ausreichend gut und sicher untersucht werden können. Auch die Frage, ob eine Kontrastmittelgabe erforderlich ist oder nicht, muss der Untersucher entscheiden.
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