14:38 Uhr | 28.01.2014
Stefanie Lingk im Interview
Stefanie Lingk spielt seit März 2010 für die erste Frauenmannschaft des SV Aufbau Altenburg und musste im vergangenen Jahr einen herben Rückschlag wegstecken. Im Februar 2013 riss sich die 27-jährige Allrounderin das vordere Kreuzband im linken Knie und stand ihrem Team monatelang nicht zur Verfügung. Nun feierte die Führungsspielerin in der Altenburger Mannschaft ihr Comeback.
Im Interview verrät die Polizeivollzugsbeamtin wie sie die schwierige Zeit überstanden hat, wie sie die kommenden schweren Wochen im Abstiegskampf gemeinsam mit ihrem Truppe angehen will und warum sich nach der Verletzung nun auch ihr Lebensmittelpunkt nach Altenburg verlegt hat.
Stefanie, du musstest lange verletzungsbedingt auf das Handballspielen verzichten, wie fühlt es sich an, jetzt endlich wieder auf dem Parkett zu stehen?
Ich spiele seit meinem 5. Lebensjahr Handball. In den Phasen, in denen ich verletzungsbedingt pausieren muss, merke ich immer besonders wie sehr es mir fehlt gemeinsam mit meiner Mannschaft auf dem Feld um Punkte zu kämpfen. Aufgrund der besonderen Herausforderung in dieser Saison konnte ich es kaum erwarten wieder auf dem Feld zu stehen.
Wie geht es deinem Knie ob der neuerlichen Belastungen im Liga-Alltag? Hast du wieder gut hinein gefunden, fühlst du dich wieder richtig fit?
Ich habe mir zu meinem Comeback das Ziel gesetzt, so schnell wie möglich wieder zur Mannschaft und ins Spiel hineinzufinden. Vor allem um die vom Trainer gestellten Aufgaben (u.a. taktische Vorgaben in Form von Spielzügen) auf der Mitteposition umzusetzen. Etwas unvernünftig waren die ersten Spieleinsätze bereits Ende November (etwa acht Monate nach der OP). Aber da konnte ich meinen Ehrgeiz nicht mehr mit Vernunft bändigen. Die Rechnung erhielt ich dafür Anfang Januar. Jedoch kann ich mit dem Zwicken im Knie leben. Alles andere erledigt unser sehr engagiertes Physioteam der MZLA.
Neben deinem sportlichen Mittelpunkt, der ja seit Jahren beim SV Aufbau Altenburg ist, hast du dich Ende letzten Jahres dazu entschieden, auch deinen Lebensmittelpunkt in die Skatstadt zu verlegen – warum und wie ergeht es dir in Altenburg?
Nach Altenburg sind wir (mein Freund Thomas und ich) gezogen, weil wir hier seit meinem Vereinsbeitritt viele liebe und ehrliche Menschen kennengelernt haben. Dazu kam, dass uns das berufliche Schicksal in die Hände gespielt hat und wir uns aufgrund der familiären Vereinsatmosphäre dazu entschieden haben neben dem Handball auch unseren Lebensmittelpunkt hierher zu verlegen. Wir fühlen uns sehr wohl hier und freuen uns im Nachgang darüber den Gedanken in die Tat umgesetzt zu haben.
Das jahrelange Pendeln zwischen Erfurt und Altenburg hat damit nun ein Ende. In der Tabelle pendelt ihr dagegen derzeit zwischen Nicht-Abstiegsplätzen und Abstiegsrängen – wie schwer ist die Situation für euch Spielerinnen? Und wie ist die Stimmung in der Kabine?
Momentan befinden wir uns ohne Zweifel in einer schwierigen Situation und mitten im Abstiegskampf. Keine Spielerin will sich dem Abstieg kampflos hingeben. Wir wissen vor jedem Spiel was zu tun ist, sind mit voller Konzentration dabei. So äußert sich auch die gegenseitige Motivation und Stimmung in der Kabine. Woran wir noch arbeiten müssen, ist sich nach einem Vier-Tore-Rückstand nicht aufzugeben, sondern genau an der Stelle mehr zu fighten als vorher. In dieser Liga werden einem die Punkte nicht geschenkt.
Du nimmst im Team sowohl im Abwehrverband als auch im Angriffsgeschehen eine sehr wichtige Rolle ein, gehörst zu den Führungsspielerinnen. Wie versuchst du das Team auf die kommenden schweren Wochen einzustimmen?
Ich versuche auf dem Spielfeld zu motivieren, indem ich mit meinen Mitspielerinnen nach guten Aktionen abklatsche oder sie aufbaue, wenn mal ein Ball danebenging. Vor uns liegen in den kommenden Wochen Spiele, in denen wir die Pflicht haben, dass nach Abpfiff mindestens ein Tor mehr auf unserer Seite der Anzeigetafel steht. Wir steigern uns von Spiel zu Spiel. Dass wir es können, haben wir im Spiel gegen SC Markranstädt gezeigt. Der Wille ist da, was wir dem Publikum und uns selbst schon demonstriert haben. Ob es am Ende der Saison reicht werden wir sehen. Eins kann ich aber sagen, wir werden bis zur letzte Spielminute in dieser Saison alles geben.
Wie schwer wiegt für euer Team der Ausfall von Kapitän Lucie Brunova und wann kann wieder mit ihrem Einsatz gerechnet werden?
Der Ausfall von Dori (Spitzname von Brunova) ist ein erheblicher Einschnitt für die Mannschaft. Uns fehlt die Torgefahr aus der zweiten Reihe und die Spielerfahrung, die Dori aufs Parkett legt. Zudem hatten wir generell ziemliches Pech mit Ausfällen von Spielerinnen in dieser Saison. Wir warten zum Beispiel noch auf den Spieltag, wo zum ersten Mal in dieser Saison mit Franzi (Franziska Holz), Dori und mir unser Rückraum komplett wäre und wir in voller Besetzung in ein Spiel starten können. Wir hoffen, dass das bald der Fall sein wird. Wann kann ich nicht sagen, dass muss Dori und vor allem ihr Arzt entscheiden. Es bringt uns nichts, wenn Dori unter Schmerzen jetzt wieder einsteigt und sich so verletzt, dass sie für mehrere Monate ausfällt.
Ihr steckt nun mitten im Abstiegskampf. Wie wollt ihr es aus dem Tabellenkeller schaffen – hat die Mannschaft Abstiegskampf drauf?
Aufgrund der personellen Änderungen im Vergleich zur letzten Saison war uns von vorne herein klar, dass wir diese Saison keinen technisch perfekten Handball spielen werden. Wir können nur über den Kampf und die persönliche Einstellung punkten. Und genau so werden wir mit Hilfe der tatkräftigen Unterstützung unseres Publikums den Abstiegskampf gewinnen.
Vielen Dank für das Interview, viel Erfolg für die kommenden Wochen und alles Gute für die Zukunft.
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