00:00 Uhr | 08.01.2011
„So ein Theater mit dem Theater“ mag es vielen Bürgern in den letzten Wochen und Monaten wiederholt auf der Zunge gelegen haben, wenn sie die verschiedenen Berichterstattungen hierzu gelesen haben. Doch eines einte bis vor wenigen Tagen alle Beteiligten, der unbedingte Wille das Altenburg-Geraer Theater als einen der kulturellen Leuchttürme des Altenburger Landes und Ostthüringens zu erhalten.
Umso verwunderter darf man nun sein, wenn man die neuerlichen Äußerungen des Landrates Rydzewski zur Rettung des Theaters liest. Die Aussagen des Landrates lassen nicht nur Missmut, sondern auch eine gewisse Resignation erkennen. Dabei konnte den Landrat doch, wie das Beispiel Flugplatz Leipzig-Altenburg, der letzten Wochen belegt selbst in aussichtlosesten Lagen nichts erschüttern, sondern stärkte noch seinen Kampfgeist. Warum lässt er dieses Engagement nunmehr beim Theater vermissen? Liegt es etwa daran, dass er beim Flugplatz als Vertreter des Mehrheitsgesellschafters der „Herr im Ring“ ist und Entscheidungen quasi im Alleingang fällen kann, während er sich in der Theatergesellschaft gegebenenfalls anderen Mehrheiten beugen muss? Insbesondere der Posten des Intendanten scheint dem Landrat dabei ein Dorn im Auge zu sein. Die Aussagen des Landrates zur vermeintlich nicht gewollten Neubesetzung des Intendanten ab Sommer 2011 durch die Gesellschafter Altenburg und Gera, stehen Äußerungen des Altenburger Oberbürgermeisters entgegen, der nicht auf Gedeih und Verderb an Intendant Oldag festhalten will, den für die jetzige Misere Mitverantwortlichen jedoch auch nicht so einfach aus seiner Verantwortung entlassen will. Es kann jeder für sich selbst entscheiden ob eine sofortige Entlassung und Neubesetzung oder ein vorübergehendes Festhalten der Königsweg ist, jedoch dürfen die unterschiedlichen Ansichten der Gesellschafter hierzu nicht dazu führen, dass ein Gesellschafter das gesamte Engagement in Frage und damit das Theater aufs Spiel setzt.
Festzuhalten ist, dass der Landrat in einer Situation in der selbst der Freistaat Thüringen die Notwendigkeit der Unterstützung erkannt hat und sich die anderen beteiligten Gesellschafter mit größtem Engagement für den Erhalt des Theaters einsetzen ohne Notwendigkeit die begonnene Sanierung torpediert. Dies auch durch die Andeutungen, dass der Landkreis seiner zusätzlichen Zahlungsverpflichtung von 200.000 Euro gegebenenfalls nicht nachkommen werde, obwohl der Entscheidungsträger, der Kreistag, hierzu noch nicht einmal befragt wurde. Sondern auch durch das wiederholte ins Spiel bringen einer „geordneten“ Insolvenz. Derartige Äußerungen tragen nicht zu einer ruhigen und besonnenen Arbeitsweise bei, sondern schüren lediglich Ängste, insbesondere bei den unschuldig betroffenen Mitarbeitern des Theaters.
Es bleibt zu hoffen dass die Mitglieder des Kreistages eine objektivere Sichtweise hinsichtlich der Sanierung des Theaters haben und sich die offensichtlich vorherrschende negative Stimmung des Landrates nicht zu eigen machen.
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