18:55 Uhr | 01.04.2026
Debatte um den Vize-Landrat
Altenburg. In der jüngsten Sitzung des Kreistages des Altenburger Landes standen neben den Kreisfinanzen und der Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs auch strukturelle Personalfragen der Kreisverwaltung auf der Agenda.
Wie Landrat Uwe Melzer (CDU) den Kreistagsmitgliedern berichtete, ist der Haushalt des Landkreises für das Jahr 2026 offiziell genehmigt worden. Die Kommunalaufsicht gab dem Zahlenwerk grünes Licht, verknüpfte dies jedoch mit der klaren Maßgabe, die Mindestrücklage des Kreises wieder aufzubauen. Zudem informierte Melzer über eine juristische Niederlage des Landkreises, da die Gemeinde Vollmershain gegen den Kreis geklagt und vor Gericht Recht bekommen hatte. Als Konsequenz muss nun die Satzung des Haushalts 2020 rückwirkend juristisch geheilt werden, woraufhin die Gemeinde einen neuen Bescheid erhält.
Auch in Sachen Infrastruktur und Gesellschaft gibt es Neuigkeiten aus der Verwaltung. So starten bereits im April die Straßeninstandsetzungen im Landkreis, um die jüngsten Winterschäden zu beseitigen, und ab Mai wird zudem der Zustand aller Kreisstraßen umfassend digital erfasst. Des Weiteren wurde eine neue Kinder- und Jugendbeteiligungssatzung erarbeitet, an deren weiterer Entwicklung sich der Kreistag aktiv beteiligen soll. In der kommenden Kreistagssitzung sollen dann auch endlich die ersten Beschlüsse zur Verwendung der sogenannten Kohlemillionen gefasst werden. Landrat Melzer kommentierte diesen Zeitplan kritisch mit den Worten, dass dies seiner Meinung nach viel zu spät geschehe.
Ein weiteres zentrales Thema war der öffentliche Personennahverkehr. Tatjana Bohnert, Chefin der Thüsac, präsentierte aktuelle Zahlen, die Grund zum Optimismus geben. Das Fahrgastaufkommen hat den drastischen Corona-Knick überwunden und liegt wieder auf dem Niveau von 2019. Als treibende Kraft für dieses Wachstum nannte Bohnert unter anderem das Deutschlandticket. Auch regionale Initiativen wie das Projekt „Schmölln macht mobil“ haben die Fahrgastzahlen spürbar anwachsen lassen.
Ein differenziertes Bild zeigt sich jedoch bei der Stadt Altenburg, wo das Fahrgastaufkommen im direkten Vergleich zwischen 2019 und 2025 rückläufig ist. Erfolgreich behauptet sich derweil das Konzept des Rufbusses, der wöchentlich von rund 1.000 Bürgerinnen und Bürgern genutzt wird. Lediglich im Raum Lucka und Meuselwitz sind die Nutzerzahlen des Rufbusses zuletzt gesunken. Große Sorgenfalten bereiten der Thüsac-Chefin jedoch die anhaltend hohen Dieselpreise, die pro Monat Mehrkosten in Höhe von 100.000 bis 120.000 Euro verursachen. Diese finanzielle Mehrbelastung wird auch den Kreishaushalt hart treffen, da 50 Prozent dieser Kosten direkt auf den Landkreis Altenburger Land entfallen.
Hitzig debattiert wurde im Anschluss ein Antrag der Fraktion SPD/Die Grünen zur Änderung der Hauptsatzung. Das Ziel der Fraktion war es, die Stelle des hauptamtlichen Beigeordneten und somit des Vize-Landrats künftig komplett einzusparen. Die Antragsteller argumentierten mit einem immensen Einsparpotenzial von rund 120.000 Euro jährlich, während ein zusätzlicher, lediglich ehrenamtlicher Beigeordneter den Kreis nur etwa 3.000 Euro kosten würde. Da der aktuelle Vize-Landrat bereits längere Zeit erkrankt sei und die Verwaltung dennoch funktioniere, sei die Einsparung auch mit Blick auf die sinkenden Einwohnerzahlen gerechtfertigt.
Der Vorstoß stieß jedoch bei den meisten anderen Fraktionen auf breiten Widerstand. Die CDU verwies darauf, dass der hauptamtliche Beigeordnete gleichzeitig als Fachbereichsleiter fungiert und diese Arbeitslast rein ehrenamtlich schlichtweg nicht zu stemmen sei, weshalb man kein wirkliches Einsparpotenzial erkennen könne. Auch die AfD und die Fraktion Starke Heimat positionierten sich klar für die Beibehaltung der hauptamtlichen Stelle und sahen keine Notwendigkeit für eine Streichung. Die Linke bewertete die Grundidee des Antrags zwar als Schritt in die richtige Richtung, gab jedoch zu bedenken, dass die erhofften Einsparungen schnell verpuffen könnten, wenn bestehende Mitarbeiter durch die Übernahme der zusätzlichen Aufgaben in höhere Gehaltsstufen aufrücken müssten.
Rückendeckung erhielt der Antrag hingegen von der ehemaligen Landrätin Michaele Sojka (Die Linke). Sie sah keine Notwendigkeit mehr für einen hauptamtlichen Vize-Posten, da es hierbei nicht nur um die laufenden Lohnkosten, sondern vor allem auch um langfristige Pensionsansprüche gehe. Viele andere Landkreise kämen bereits seit Längerem ohne hauptamtlichen Beigeordneten aus und eine solche Einsparung würde letztlich auch eine stringentere Verwaltung schaffen. Am Ende der Debatte fiel die Entscheidung jedoch deutlich aus und der Antrag von SPD und Grünen fand im Kreistag keine Mehrheit.
Der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV) hat im Kreistag den neuen Nahverkehrsplan vorgestellt und dabei direkt mit einer positiven Entwicklung überrascht. Trotz des allgemeinen Einwohnerrückgangs im Altenburger Land ist das Fahrgastaufkommen des MDV zuletzt spürbar gestiegen. Unter dem klaren Leitmotiv, Mobilität für jedermann zu gewährleisten, sieht das neue Konzept weitreichende Verbesserungen vor. Ein zentraler Punkt ist dabei die flächendeckende Versorgung: Künftig sollen ausnahmslos alle Ortsteile an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden werden, während bislang nur Orte mit einer Mindestgröße von 200 Einwohnern berücksichtigt wurden.
Zudem rückt die verkehrstechnische Anknüpfung an größere Nachbarstädte wie Zwickau stärker in den Fokus der künftigen Planungen. Ein besonderes Augenmerk legt der MDV auf den Südraum des Landkreises, der weiter erschlossen werden soll. In diesem Zuge ist auch geplant, die Anbindung der örtlichen Gewerbegebiete völlig neu zu konzipieren, um den Bedürfnissen von Pendlern besser gerecht zu werden. Für die Stadt Altenburg hält das Konzept eine weitere Neuerung bereit, denn hier sollen künftig die Nachtlinien N1 und N2 den öffentlichen Nahverkehr in den späten Stunden bereichern. Parallel dazu ist der Ausbau der Busflotte mit alternativen Antriebstechnologien vorgesehen, um den Betrieb schrittweise umweltfreundlicher zu gestalten.
Trotz der positiven Aussichten wies der MDV auch auf kommende Hürden hin. Eine große Herausforderung wird das anhaltende Schrumpfen der Altersgruppe der Berufstätigen sein, was sich sowohl auf die Fahrgaststruktur als auch auf die Personalfindung auswirken dürfte. Bei dem ambitionierten Plan handelt es sich zunächst um eine Zielvorgabe, deren tatsächliche Umsetzung am Ende maßgeblich von der gesicherten Finanzierung durch den Landkreis abhängt. Dennoch zeigten sich die Kreisräte von der Vision des Verkehrsverbundes überzeugt und stimmten der neuen Nahverkehrsplanung mehrheitlich zu.
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