13:53 Uhr | 13.11.2025
Altenburg – Am 9. November versammelten sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger in der Stadtkirche St. Bartholomäi, um der Opfer der Pogromnacht von 1938 zu gedenken. In seiner eindringlichen Rede erinnerte Oberbürgermeister André Neumann an die schrecklichen Ereignisse, die auch in Altenburg, Gößnitz, Meuselwitz und Rositz ihren Ausdruck fanden. „An jenem November 1938 wurden Nachbarn zu Tätern, jüdische Männer durch die Straßen getrieben, Wohnungen zerstört, Menschen gedemütigt und verschleppt“, so Neumann.
Er betonte, dass das Gedenken nicht nur Rückblick, sondern auch Verantwortung sei. Die Gedenktafel am ehemaligen jüdischen Betsaal bleibe „ein Ort des Erinnerns, aber auch des Erschreckens“. Neumann erinnerte an die 21 jüdischen Männer aus Altenburg, von denen zwölf nach Buchenwald deportiert wurden. Besonders hob er das Schicksal von Margot Seiferth hervor, die trotz Deportation und Lagerhaft nach Altenburg zurückkehrte und dort ihr Leben neu aufbaute.
„Margot Seiferth hat ihre Stadt und ihre Einwohner nicht aufgegeben – und vielleicht hat sie damit mehr über Versöhnung gesagt, als wir es mit vielen Worten könnten“, sagte der Oberbürgermeister. Zugleich mahnte er, die Lehren aus der Geschichte wachzuhalten. „So wie alles mit Worten begann – mit Hetze und Parolen –, so beginnt auch heute Ausgrenzung oft im Kleinen.“
Angesichts des wieder zunehmenden Antisemitismus in Deutschland sprach Neumann deutliche Worte: „Wer heute jüdische Menschen bedroht, beleidigt oder diffamiert, greift die Grundfesten unserer Demokratie an.“ Er erinnerte daran, dass Freiheit und Würde keine Selbstverständlichkeiten seien, sondern täglich verteidigt werden müssten.
Mit Blick auf den Angriff der Hamas auf Israel betonte Neumann die aktuelle Bedeutung des Gedenkens: „Synagogen müssen wieder geschützt werden, jüdische Schulen stehen unter Polizeischutz – das sind Zustände, von denen wir glaubten, sie seien überwunden.“
Abschließend rief er dazu auf, das Erinnern nicht zur bloßen Pflicht werden zu lassen, sondern als moralisches Versprechen zu verstehen: „Im klaren Widerspruch zu Hass, im Schutz der Würde jedes Einzelnen, im entschiedenen Eintreten gegen Antisemitismus – heute, morgen und immer.“
Mit bewegenden Worten endete die Gedenkstunde, begleitet von stiller Anteilnahme und dem gemeinsamen Wunsch, die Erinnerung lebendig zu halten.
07.12.2025
Gottesdienst für das Altenburger Land mit Reinhard und Franziska Haucke [mehr]
10.12.2025
Ein heiter-musikalischer Abend voller nostalgischem Charme Mit „Und so komm’n wir aus der Freude gar nicht raus“ präsentiert das... [mehr]
03.12.2025
Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt im Altenburger Land grundlegend. Kleine und mittlere Unternehmen zwischen Altenburg,... [mehr]
03.12.2025
Unter dem Motto "Gemeinsam für eine strahlende Weihnachtszeit" konnten dank großzügiger Sponsoren rund 200 Kinder aus benachteiligten... [mehr]
12.12.2025
Meist sieht es ganz einfach aus Der Vorhang geht auf und ein Theaterstück beginnt. Doch dahinter stehen viele Wochen harter Arbeit... [mehr]
12.12.2025
Goldpreis auf Rekordhoch: Chancen für Verkäufer aus dem Altenburger Land Der Goldpreis klettert derzeit auf historische... [mehr]
11.12.2025
Seit den 1950er-Jahren hat die Zigarette einen deutlichen Wahrnehmungswandel erlebt. Einst galt sie als Symbol für Freiheit, Abenteuer... [mehr]
12.12.2025
Ministerpräsident Dr. Mario Voigt hat im Landtag einen radikalen Kurswechsel in der Verwaltungspolitik angekündigt, um das... [mehr]
04.12.2025
Unsere Meldungen Millionen für Altenburger Schulsanierungen / Pleißebrücke wird erst später fertig / Winterausstellung eröffnet /... [mehr]