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Regionales

18:19 Uhr | 29.08.2019

Ausstellung im Klinikum Altenburger Land

Ein Krankenhaus ist ein besonderer Ort. Hier wird man auf das Wichtigste im Leben zurückgeworfen – auf seine Gesundheit, die zerbrechlich geworden ist. Etwas Ablenkung und Zerstreuung  tut Patienten und Angehörige in solcher Situation oft gut. Eine neue Ausstellung, beginnend im Foyer des Klinikums, lädt jetzt ein, sich beim genauen Betrachten in eine andere Welt entführen zu lassen. Unter dem Titel „Ein Glas voller Erinnerungen“ findet man Werke des Schmöllner Malers und Grafikers Hans Neupert (1920 – 2017). 

Der Sohn der Künstlerpaares Neupert, Cornelius Neupert, hat die zauberhaften Kunstwerke für diese Präsentation im Klinikum Altenburger Land zur  Verfügung gestellt. Die Ausstellung entstand im Rahmen der Kooperation mit dem Lindenau-Museum Altenburg und ist bis November 2019 zu sehen.

 

Hans Neupert

 

Hans Neupert wurde musisch und reformpädagogisch erzogen. Er besuchte die Schmöllner Realschule sowie das Altenburger Gymnasium und erhielt viele Jahre Geigenunterricht. Sein erster Studienwunsch galt dem Theater und der Musik. Aber es kam alles ganz anders: Nach dem Abitur wurde Hans Neupert zur Wehrmacht eingezogen, war in Norwegen, Paris, San Remo, Syracus und Baden bei Wien stationiert und geriet schließlich in amerikanische Gefangenschaft. Schon 1945 begann er ein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig bei Elisabeth Voigt. Zu seinen Mitstudenten gehörte nicht nur Wolfgang Mattheuer, sondern auch die schöne und begabte Else Luise Keil (1926 – 2009), die er 1952 heiratete. 

Schon bald übernahmen Hans und Luise Neupert Werbeauftritte, illustrierten Bücher, fotografierten, gestalteten Drucksachen und Messestände. Mit dem Vorwurf des Formalismus musste Hans Neupert die Leipziger Hochschule vorzeitig beenden, musste Netzwerke knüpfen, um dennoch zu überleben. In dem Verleger Heinrich Mock, dem ehemaligen Direktor des Lindenau-Museums, fand er, wie viele Künstler seiner Generation, einen Förderer. In Schmölln mischte sich Hans Neupert vor allem nach 1989 ein, wurde gefragt bei Entscheidungen, gründete den Verschönerungsverein mit, erhielt den Kulturpreis der Stadt.  Das Museum Burg Posterstein profitierte von seinem Engagement sehr. 

Auch der Entwurf für das große braune Schild an der Autobahn, das auf die wichtige Sehenswürdigkeit Burg Posterstein hinweist, stammt von ihm. Wer das Glück hatte, im Hause Neupert willkommen geheißen zu werden, konnte eintauchen in eine Welt voller Literatur, Musik und Kunst, konnte den verwunschenen Garten am Rande der Sprotte erleben, Bücher studieren oder Klaviersonaten lauschen. Hans Neupert widmete sich seit den achtziger Jahren der Malerei in Öl. Inspiriert vom heimischen Garten, von der Natur der Region und den Erlebnissen in fernen Ländern entstanden farbenprächtige Miniaturen. Heiter gelaunte, pralle elfenhafte Wesen tanzen, singen, musizieren.  Mit zunehmendem Alter schlich sich Melancholie ein. Ein Zauber geht von den Bildern aus und viele Betrachter ließen sich verzaubern. Nach über 1000 Werken endet die Serie. In seinen Bildern und im Herzen all jener, die von den Gesprächen mit ihm, von seiner umfassenden Bildung, seinem sicheren Geschmack und seiner Hilfsbereitschaft profitierten, lebt er fort. 

 

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