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Regionales

17:23 Uhr | 17.08.2017

Großes Programm zum Denkmaltag

Tausende sind Jahr für Jahr am „Tag des offenen Denkmals“ in Altenburg unterwegs. Der große Zuspruch ist kein Wunder, denn mit historischer Bausubstanz ist die 1000 Jahre alte Residenzstadt reich gesegnet. Und beim Blick auf das aktuelle Programm zeigt sich einmal mehr, dass die starke Nachfrage das Angebot beflügelt. In diesem Jahr hat eine Rekordzahl von Anbietern
angekündigt, Türen und Tore für Schaulustige zu öffnen. Die vielen Unternehmungslustigen, die am 10. September in Altenburg unterwegs sein werden, um bekannte und weniger bekannte Sehenswürdigkeiten zu erkunden, haben wieder die angenehme Qual der Wahl. Das in dieser Woche veröffentlichte Programm listet insgesamt 40 Angebote auf. Das bundesweit einheitliche
Motto für 2017 lautet übrigens: „Macht und Pracht“. Im Vorjahr wurden am Denkmaltag in Altenburg circa 18.000 Besucher gezählt.
Während die einen sich am Anblick prächtig sanierter Denkmale erfreuen, reizt es andere mehr einen Blick in jene Gebäude zu werfen, die seit Jahren ungenutzt und sonst nicht zugänglich sind. Hauptorganisator Jürgen Fröhlich, emsiger Denkmalschützer in Diensten der Stadt, hat, unterstützt von zahlreichen Helfern, daher ein Programm auf die Beine gestellt, das diesen unterschiedlichen Interessen der Besucher Rechnung trägt.
Man muss keine prophetischen Gaben besitzen um vorherzusehen, dass viele auch in diesem Jahr am Denkmaltag ihre Schritte in Richtung Schlosspark lenken werden. Dorthin locken gleich mehrere Offerten: Der Marstall dient als Ausstellungshalle für die Kreativmesse „Idee³“ und die Messe für junge Kunst „No Selection“, zudem wird eine Ausstellung mit „feinen Aquarellen und Zeichnungen“ gezeigt. Teehaus und Orangerie sowie die ehemalige Hofgärtnerei sind geöffnet, das Staatsarchiv in der Junkerei lädt ein und im Schieferdeckerschuppen werden zugunsten des Schlosses Kaffee und Kuchen verkauft. Im Residenzschloss selbst kann zwischen 10 und 16 Uhr kostenlos der Festsaal mit dem Deckenbild von Professor Moßdorf besichtigt werden. „Eintritt frei“ heißt es zur Feier des Tages überdies sowohl im renommierten Lindenaumuseum als auch im Mauritianum. In diesem Jahr bescherte der ungewöhnliche Zufallsfund tonnenschwerer Figuren Altenburg überregionales Medieninteresse. Wie sich herausstellte, waren sie Teil eines zu Ehren Herzog Ernst I von Sachen-Altenburg geplanten Denkmals. Diese gut erhaltenen Figuren können am Denkmaltag um 10, 11, 12 und 13 Uhr jeweils im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Sie befinden sich auf dem Gelände des städtischen Bauhofs, Treffpunkt ist der Haupteingang (Brunnenstraße 2). Ebenfalls im Rahmen von Führungen kann am Denkmaltag das Gebäude des Amtsgerichts in der Burgstraße 11 besichtigt werden. Die Führungen mit jeweils maximal 20 Personen beginnen um 10, 12 und 14 Uhr, Treffpunkt ist am Haupteingang.
Etwas abseits vom Hauptgeschehen liegt die Gnadenkapelle. Das Gebäude aus dem 19. Jahrhundert befindet sich in der Carl von Ossietzky-Straße 13, am Denkmaltag kann es in der Zeit von 10 bis 17 Uhr in Augenschein genommen werden. Zu den ungewöhnlichen Angeboten gehören Führungen über den städtischen Friedhof. Unter dem Motto: „Fürstenglanz und Bürgerstolz – Bestattungskultur aus fünf Jahrhunderten“ lädt die Studentin Paula Stötzer um 10, um 13.30 und um 15.30 Uhr zu Führungen ein, Interessierte müssen sich telefonisch anmelden (03447/594646).
Eine weitere Besonderheit wartet am ehemaligen Schützenhaus (Am Anger) auf die Besucher. Dort präsentiert die Destillerie & Liqueurfabrik eine Oldtimermeile samt Denkmaltour. Die Ortsteile sind ebenfalls mit von der Partie, in Ehrenberg kann man das Schulgebäude besichtigen (Schlossstraße 5), in Oberzetzscha das prächtige Herrenhaus und in Kosma in der Zeit von 14 bis 16 Uhr die Kirche. Zum Ausklang eines ereignisreichen Tages empfiehlt sich ein Besuch des Paul-Gustavus- Hauses. In der ehemaligen Malzkaffeefabrik in der Wallstraße 29 findet ab 19 Uhr die musikalische Abschlussveranstaltung statt, Richard Holzmann (Gitarre) und Marie Antoinette (Gesang) versprechen „Chansons mit filigranem Groove und organischer Poesie“. Schon tagsüber, beginnend um 10 Uhr, sind Alt und Jung zur Besichtigung der ehemaligen Malzfabrik eingeladen. Aus dem wie eingangs erwähnt in diesem Jahr besonders umfangreichen Programm zum Denkmaltag ließe sich noch vieles hervorheben. Wer Ziele einer individuellen Besichtigungstour abstecken möchte, kann das komplette Programm jederzeit online auf den städtischen Internetseiten lesen: www.altenburg.eu, Menüpunkt „Bauen und Wohnen“, Unterpunkt Denkmalschutz, dann auf „Tag des offenen Denkmals“ klicken.
Den Auftakt zum Denkmaltag wird das traditionelle Marstallkonzert in der Reithalle des Herzoglichen Marstalls bilden. Die kostenlose Veranstaltung beginnt am Freitag, 8. September, um 19.30 Uhr, Einlass ist ab 18.30 Uhr. Das Konzert bildet wie in den Vorjahren den feierlichen Rahmen zur Vergabe des Denkmalschutzpreises. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Kapellmeister Thomas Wicklein.

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