Altenburg, 04.04.2026 22:23 Uhr

Regionales

15:33 Uhr | 20.03.2013

Theater zu Ostern

Am Gründonnerstag, 28. März, um 19.30 Uhr, steht die zweite Vorstellung von „Kasimir und Karoline“ auf dem Spielplan im Landestheater. Ödön von Horváth nennt sein Volksstück selbst eine „Ballade voll stiller Trauer, gemildert durch Humor“. In die surreale Stimmung des Münchner Oktoberfestes verpflanzt er die Liebesgeschichte von zwei Menschen, die an sich selbst und ihren Umständen scheitern. Zugleich ist „Kasimir und Karoline“ ein tragisch-komisches Lehrstück über eine Zeit, in der Verzweiflung und Armut den Weg für eine Politik ebneten, die für das Menschliche gänzlich erblindet war. Horváth gilt als sozialkritischer „Klassiker der Moderne“. Als Kasimir und Karoline überzeugen in der Regie von Bernhard Stengele Philipp Reinheimer und Anne Diemer, als Merkel Franz und seine Erna stehen ihnen Manuel Struffolino und Katharina Weithaler in nichts nach.

Am Karfreitag tritt Schauspieldirektor Bernhard Stengele um 19.30 Uhr mit seinem Balladenabend „Sie haben nämlich Entenfüße“ im Landestheater auf. Schiller und Goethe, Heine, Brentano, Brecht und Kästner – in diesem Balladenabend kommen aber nicht nur die großen deutschen Dichter und Denker zu Wort. Zu ihnen gesellt sich beispielsweise auch der fliegende Robert aus dem „Struwwelpeter“ und macht dort eine sehr gute Figur. Bernhard Stengele wird als Balladenspieler und -sänger zu einem Hexenmeister, der mit Sprachgewalt, Liebe und Leidenschaft Balladen lebendig werden lässt. Er zeigt voll Entsetzen auf das Meer, wie es wallet und siedet und brauset und zischt, und wirft sich hinein in die brausende Flut. Der Schauspieldirektor wird als Fabulierer und Erzähler zu einem Rattenfänger, der sein Publikum in die Welt der Lyrik und Fantasie entführt. Begleitet wird Bernhard Stengele am Klavier von Katia Bouscarrut.

Am Samstag, 30. März, um 19.30 Uhr ist die Pianistin Katia Bouscarrut mit ihrem Solo-Programm „Die Galaxie im Lungenflügel“ im Heizhaus zu erleben. Sie hat Texte verschiedener Autoren – Büchner, Rimbaud, Benn u.v.a. – und Klaviermusik von Schubert, Chopin, Mozart und Debussy zusammengestellt. Auch Schauspieldirektor Bernhard Stengele, der am Mainfranken Theater Würzburg mit Katia Bouscarrut arbeitete, wird an diesem Abend auftreten. Was geschieht, wenn Zellen ihren eigenen Kosmos bilden wollen, um jeden Preis leben möchten, sich wie Sternenstaub auf die Organe eines Lebewesens legen und dadurch dessen Existenz bedrohen? Was, wenn sich die schwarze Galle zu Wort meldet oder man sich unverhofft als Skinhead wieder findet? Mit allem, was ein Flügel zu bieten hat, viel schwarzem Humor und Poesie, spricht, spielt, zupft, singt und schreit die Pianistin Katia Bouscarrut gegen Metastasen, Tod, Perücken und Pedalprobleme an. So, wie sich der Körper der Pianistin unterschiedlichste personae aneignet, so wird auch der Flügel zu ihrem Komplizen und ihrem Gegenspieler, zu Tröster und Kampfansage, zu Spielgerät und Sarg.

Am Ostersonntag kommen die Operettenfreunde zu ihrem Recht: „Frau Luna“ steht um 14.30 Uhr auf dem Spielplan. Karten für diese letzte Aufführung in Altenburg sind noch zu haben!

Paul Lincke (1866-1946) gilt als der Begründer der Berliner Operette, und seine 1899 im Apollo-Theater uraufgeführte „Frau Luna“ ist das Paradebeispiel für dieses Genre. Die mit eingängigen Melodien und flotten Rhythmen aufwartende Musik wurzelt im Berliner Gassenhauer. Der Mond dient als Spiegel dieser faszinierenden Großstadt. »Das macht die Berliner Luft, Luft, Luft, so mit ihrem holden Duft, Duft, Duft“ ist der Ohrwurm dieser Operette.

Fritz Steppke (Alexander Voigt) hat nur einen Wunsch: er will unbedingt mit einem Ballon auf den Mond fahren. Sehr begeistert ist von seiner Idee natürlich keiner, vor allem aber seine Verlobte Marie (Paula Rummel) nicht, die versucht, ihn mit allen Mitteln zurückzuhalten und das schöne Lied singt: »Schlösser, die im Monde liegen, bringen Kummer, lieber Schatz«. Noch heftiger reagiert Frau Pusebach (Rosemarie Dittmann-Bennert) – Maries Tante und Steppkes gestrenge Hauswirtin – auf die unverbesserlichen Spinnereien Steppkes: ihm wird zum Ersten gekündigt. Doch Steppke gelingt die Flucht auf den Mond, wo aber alles anders ist, als er es sich zuvor erträumt hatte ...

Am Ostermontag um 19.30 Uhr laden die Mezzosopranistin Claudia Müller und die Musiker Vasile Hanciu (Violine), Uwe Knaust (Klarinette) und Olav Kröger (Klavier) zum 4. Kammerkonzert ins Heizhaus Altenburg ein. Thema und Variationen ist das Programm überschrieben.

Johannes Brahms bestimmt den ersten Teil des Konzertes. Zum Auftakt erklingt seine Sonate für Violine und Klavier op. 100. Dieses Werk, im August 1886 in Thun entstanden, wird auch gern Liedersonate genannt, weil Brahms seine Lieder „Komm bald“, „Wie Melodien zieht es mir“ und „Auf dem Kirchhofe“ hier instrumental anklingen lässt. Darüber hinaus ist der Komposition eigen, dass in jedem Satz in der Mitte starke Ungarismen auftreten und die Tendenz zur Variation besteht. Als Ergänzung dazu folgt dann das Lied „Wie Melodien zieht es mir“ selbst aus op. 105 mit dem Text von Klaus Groth. „Gestillte Sehnsucht“ schrieb Brahms 1884 für die Sängerin Amalie Joachim; der Text ist von Friedrich Rückert. Die Klarinette gesellt sich hier als Duettpartner zur Solo-Altstimme. Im zweiten Satz seiner Klaviersonate C-Dur op. 1 aus dem Jahr 1853 variiert Brahms das Abendlied „Verstohlen geht der Mond auf“.

Dann verlassen wir Brahms. Das Lied „Im tiefen Keller sitz ich hier“ bot dem Österreicher Fritz Kröpsch, der im 19. Jahrhundert lebte und selbst ein Klarinettenvirtuose war, Stoff für hochvirtuose Variationen für Klarinette und Klavier.

„A Child Asleep“ und „Twilight“, zwei wunderbare spätromantische, äußerst ausdrucksstarke Lieder von Edward Elgar (1857-1934) schließen sich an.

Olav Kröger steuert eine Uraufführung zum Konzert bei „Tema con Variazioni“ für Violine, Bassklarinette und Klavier, die er erst vor ungefähr drei Wochen vollendet hat. Ein für neuere Musik durchaus leicht fassliches Thema wird fünfmal variiert, wobei verschiedene Stilistiken und Ausdrucksgegensätze eingeflossen sind, meint der Komponist.

Karten sind an der Theaterkasse erhältlich, telefonische Reservierungen unter 03447-585160.

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