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Regionales

00:00 Uhr | 29.03.2010

Anja Siegesmund „Unreflektierte Einheitsreform“

Umstrukturierung des Kassenärztlichen Notfalldienstes

Zum nunmehr 1. Juli 2010 soll auch im Altenburger Land das neue System der kassenärztlichen Notfallversorgung durch die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen eingeführt werden. „Das Land hat sich geschickt aus der Affäre gezogen und die Verantwortung auf die Kassenärztliche Vereinigung abgeschoben“, erklärt die Fraktionsvorsitzende der Bündnisgrünen im Thüringer Landtag zur Antwort des Sozialministeriums auf ihre Kleine Anfrage. „Für uns steht das Wohl der Patienten im Mittelpunkt. Die Umstrukturierung des Notfalldienstes dünnt die Versorgung aus und spart keinen Euro“, kritisiert Siegesmund. Diese Vorbehalte könne auch das Ministerium nicht ausräumen.

Nach Angaben der KVT seien von den 139 niedergelassenen Ärzten im Altenburger Land 104 im Kassenärztlichen Notfalldienst und 20 im fachdienstlichen Notdienst eingebunden. Die Notwendigkeit einer Umstrukturierung begründet die KVT zum einen aus deren Altersstruktur. Zum zweiten gestalte es sich immer schwieriger Hausarztpraxen neu zu besetzen. Aufgrund dessen stehen im Altenburger Land vier Praxen bereits leer – die Zahl wird sich perspektivisch aufgrund des überregionalen Ärztemangels noch erhöhen und Auswirkungen auf die Sicherstellung des Kassenärztlichen Notdienstplanes haben. Als dritten Aspekt benennt die KVT die bisher unterschiedliche Dienstfrequenz der Notfallärzte in den 4 Bereichen des Altenburger Landes, die sich durch die Anzahl der teilnehmenden Ärzte ergibt, und die nun gerechter aufgeteilt werden soll.

„Wir haben aufgrund der Überalterung der Ärzte ohne Zweifel Handlungsbedarf, aber das ist der falsche Weg“, bekräftigt Siegesmund. „Auf diese Weise unterstützt die Landesregierung hinsichtlich der kassenärztlichen Notfallversorgung eine unreflektierte Einheitsreform, wo eigentlich maßgeschneiderte Lösungen unter der Einbeziehung der langjährigen Erfahrungen der Ärzteschaft von Nöten wären. Statt derzeit abgesicherte Versorgungen über den Haufen zu werfen, sollte man sich im Erfurter Ministerium und innerhalb der KVT der Aufgabe zuwenden, dem sich abzeichnenden Mangel an niedergelassenen Ärzten mittels geeigneten Maßnahmen  und innovativer Ideen entgegen zu wirken“, so Anja Siegesmund abschließend.

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