10:00 Uhr | 18.09.2026
Im abschließenden Sommerinterview der Thüringer Lokal-TV-Sender stellte sich Ministerpräsident Mario Vogt den Fragen zur aktuellen Landespolitik und seiner Rolle als frisch wiedergewählter CDU-Landesvorsitzender. Mit Blick auf seine Bestätigung im Amt mit über 80 Prozent der Stimmen zeigte sich Vogt sehr zufrieden und wertete dies als starken Rückenwind für seinen politischen Kurs. Zu den anhaltenden Diskussionen um seine Doktorarbeit räumte er ein inneres Dilemma ein, betonte jedoch, dass ein unabhängiges Gutachten die Arbeit entlastet habe und das Thema nun von der Opposition instrumentalisiert werde.
Trotz der fehlenden eigenen parlamentarischen Mehrheit lobte der Ministerpräsident die vertrauensvolle und ergebnisorientierte Zusammenarbeit seiner Koalition aus CDU, SPD und BSW. Besondere Anerkennung zollte er dabei dem Thüringer BSW, das entgegen der Linie des eigenen Bundesverbandes eine pragmatische Politik für das Land mache. Für die Zukunft Thüringens benannte Vogt das wirtschaftliche Wachstum als zentrales Ziel, um den Menschen Sicherheit zu geben und wichtige Innovationen zu fördern. Als konkrete Regierungserfolge verbuchte er bereits den konsequenten Rückbau von Bürokratie, ein vereinfachtes Vergabegesetz sowie die Einführung der kostenfreien Meisterausbildung im Freistaat. Um die angespannte Haushaltslage in den Griff zu bekommen, kündigte er an, die unübersichtliche Fördermittellandschaft drastisch zu verschlanken und Ausgaben zu reduzieren. Ein weiteres Schwerpunktthema bildete die Gesundheitspolitik, bei der Vogt einen verlässlichen Krankenhausplan für die nächsten zehn Jahre versprach, um die flächendeckende medizinische Versorgung auch ländlich zu sichern. Im Bereich der Migrationspolitik verwies der Regierungschef auf einen klaren Kurs Wer sich integriere und arbeite, sei willkommen, während straffällige Asylbewerber konsequent abgeschoben werden müssten.
Mit diesem Vorgehen, ergänzt durch die Gründung einer zentralen Ausländerbehörde und Arbeitspflichten für Leistungsempfänger, habe Thüringen die entsprechenden Zahlen innerhalb eines Jahres halbiert. Auf die ostdeutschen Nachbarländer blickend, hob Vogt die enge politische Zusammenarbeit mit Sachsen und Sachsen-Anhalt hervor, durch die Mitteldeutschland eine starke und geeinte Stimme in Berlin bilde. Den Vorwurf einer mangelnden Einbindung der Opposition wies er strikt zurück und erklärte, dass man allen Fraktionen Mitsprache bei Gesetzen angeboten habe, AfD-Chef Björn Höcke dies jedoch schriftlich ablehnte. Vor dem Hintergrund hitziger politischer Debatten und eines anstehenden Misstrauensvotums gab sich der Ministerpräsident gelassen und vertraute auf die beständige Stabilität seines amtierenden Regierungsbündnisses. Letztlich betonte Vogt, er sei nicht für permanenten Klamauk oder Wahlkampf gewählt worden, sondern um konkrete Probleme pragmatisch zu lösen und Thüringen erfolgreich in die Zukunft zu führen.
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