13:14 Uhr | 16.09.2026
In einem ausführlichen Sommerinterview mit den Thüringer Lokal-TV-Sendern hat der AfD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Björn Höcke die Oppositionsarbeit seiner Partei gelobt und einen klaren Machtanspruch formuliert. Er zeigte sich stolz auf die bisherigen parlamentarischen Initiativen der AfD in Bereichen wie Migrations-, Familien- und Wirtschaftspolitik. Gleichzeitig warf er den etablierten Parteien vor, als politisches Kartell den wahren Volkswillen in einer bloßen „Fassadendemokratie“ zu blockieren.
Höcke betonte, dass seine Fraktion den reinen Protestmodus längst verlassen habe und im Hintergrund hart an detaillierten Konzepten für eine baldige Regierungsübernahme arbeite. Scharfe Kritik übte er am jüngsten Thüringer Entlastungsgesetz, das aus seiner Sicht völlig unzureichend sei, um die drohende Deindustrialisierung und die Abwanderung des Mittelstandes zu stoppen. Auch im Bereich der Gesundheitspolitik forderte Höcke ein Umdenken hin zu mehr Eigenverantwortung und ganzheitlicher Prävention anstelle einer reinen Apparatemedizin, warnte jedoch zeitgleich vor einem massiven Krankenhaussterben im ländlichen Raum. Finanzpolitisch warf er der aktuellen Landesregierung unter Ministerpräsident Mario Vogt vor, durch Rekordverschuldungen verbrannte Erde zu hinterlassen.
Als Lösung für die finanziellen Engpässe des Landes forderte der AfD-Politiker einen drastisch verschlankten Staat und massive Ausgabenkürzungen. Im weiteren Verlauf des Gesprächs bezeichnete er die aktuelle Migrationspolitik als das zentrale Problem, welches die Identität und Sicherheit Deutschlands fundamental bedrohe. Den gegen seine Partei erhobenen Vorwurf des Extremismus wies Höcke vehement zurück und deklarierte stattdessen die amtierende Energie-, Außen- und Migrationspolitik des Bundes als extremistisch. Zudem äußerte er fundamentale Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk, den er als Herrschaftsinstrument der Altparteien betrachte, welches den demokratischen Diskurs systematisch verenge. Die Landesmedienanstalten müssten seiner Meinung nach reformiert und von parteipolitischen Einflüssen befreit werden, um eine echte Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit wiederherzustellen. Auf die Frage nach möglichen Ministerämtern in anderen Bundesländern, wie etwa in Sachsen-Anhalt, stellte Höcke unmissverständlich klar, dass seine politischen Ambitionen ausschließlich Thüringen gelten. Er unterstrich sein festes Ziel, als Ministerpräsident den Freistaat zu führen und von dort aus eine bundesweite politische Wende einzuleiten. Höcke zeigte sich abschließend siegesgewiss und erklärte, dass eine Regierung unter Führung der AfD aufgrund der aktuellen gesellschaftlichen Dynamik nur noch eine Frage der Zeit sei.
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