10:23 Uhr | 19.08.2026
CSD in Altenburg
Altenburg - Mit dem Motto „Gestern mutig. Heute sichtbar. Morgen frei.“ möchte der der Christopher Street Day Altenburg 2026 am 30. August 2026 ein klares Zeichen für Vielfalt, Zusammenhalt und ein selbstbestimmtes Leben setzen. Die Parade startet um 13 Uhr vor dem Bahnhof in Altenburg und wird sich durch die Stadt Altenburg bewegen. Dabei wird es eine Zwischenkundgebung vor dem Theater und eine zweite vor dem Landratsamt geben.
Bereits am 22. August 2026 findet um 18 Uhr eine Plakatwerkstatt in der Farbküche, Moritzstraße 6 in Altenburg statt. Das Motto schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: Es würdigt den Mut derjenigen, die den Grundstein für die Rechte queerer Menschen gelegt haben. Gleichzeitig macht es deutlich, dass Sichtbarkeit auch heute alles andere als selbstverständlich ist. In einer Zeit zunehmender Anfeindungen braucht es mehr Mut denn je, offen zu sich selbst zu stehen. Unser gemeinsames Ziel bleibt eine Gesellschaft, in der Freiheit und Gleichberechtigung für alle selbstverständlich sind.
Gerade im ländlichen Raum sind Christopher Street Days unverzichtbar. Auch im Altenburger Land leben queere Menschen. Sie sind Freund:innen, Kolleg:innen, Nachbar:innen, Vereinsmitglieder und Familienangehörige. Der CSD Altenburg macht ihre Lebensrealitäten sichtbar und schafft einen Ort, an dem Gemeinschaft, Solidarität und gegenseitige Unterstützung erlebbar werden. “Queere Menschen dürfen ihre Heimat nicht verlassen müssen, um Akzeptanz und Zusammenhalt zu erfahren. Vielfalt gehört selbstverständlich auch ins Altenburger Land”, sagt Max Bretzmann, Sprecher und Mitorganisator des CSD Altenburg.
Damit knüpft der CSD Altenburg an sein Ziel an, einen Safe Space für die Region zu schaffen und gemeinsam ein sichtbares Zeichen für Respekt, Teilhabe und Menschenwürde zu setzen. Diese Botschaft ist heute wichtiger denn je. Queerfeindliche Übergriffe nehmen zu, Christopher Street Days stehen bundesweit unter erhöhtem Sicherheitsdruck und der Anschlag auf den Berliner CSD hat viele Menschen tief erschüttert. Der CSD Altenburg setzt deshalb ein bewusstes Zeichen gegen Hass, Ausgrenzung und Einschüchterung und für eine offene Gesellschaft, in der Vielfalt als Bereicherung verstanden wird.
Max Bretzmann, erklärt: „Es ist zutiefst verunsichernd, dass queere Menschen sich wieder Gedanken machen müssen, wo sie öffentlich Gesicht zeigen, weil sie sich gleichzeitig entscheiden müssen, ein potenzielles Sicherheitsrisiko einzugehen. Aus Organisator:innensicht liegen daher natürlich zuerst immer die Sicherheitsbedenken auf der Hand und dann der Wunsch, als Community Zusammenhalt, Solidarität und Lebensfreude ausstrahlen zu können; und das überall, auch bei uns in Ostthüringen.“
Alexandra Essl, Sprecherin und Mitorganisatorin des CSD Altenburg, ergänzt: „Gerade trans, intergeschlechtliche und nichtbinäre Menschen erleben derzeit, dass ihre Lebensrealitäten immer häufiger politisch infrage gestellt werden. Viele queere Menschen fragen sich wieder, ob sie überall offen sie selbst sein können. Genau deshalb braucht es Christopher Street Days, gerade im ländlichen Raum.”
“Der CSD Altenburg ist eine Einladung an alle, die für Respekt, Menschenwürde und eine demokratische Gesellschaft einstehen. Denn Vielfalt, Freiheit und Gleichberechtigung sind keine Anliegen einer einzelnen Community, sie sind das Fundament einer offenen Gesellschaft.” so Bretzmann weiter. Gestern brauchte es Mut, den ersten Schritt zu gehen. Heute braucht es mehr Mut denn je, sichtbar zu sein. Morgen soll Freiheit für alle selbstverständlich sein. Unser gemeinsames Ziel bleibt eine Gesellschaft, in der niemand mehr Mut braucht, um einfach er selbst sein zu dürfen.
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