Altenburg, 23.09.2026 22:02 Uhr

Regionales

10:50 Uhr | 06.05.2026

Neues Herzkatheterlabor am Klinikum eröffnet

Altenburg. Das Klinikum Altenburger Land (KAL) schlägt ein neues Kapitel in der medizinischen Versorgung auf: Ein hochmodernes Herzkatheterlabor hat am vergangenen Donnerstag den Betrieb aufgenommen und löst damit die bisherige, langjährig zuverlässige Anlage ab. Mit dieser Erneuerung stellt das Klinikum die invasive kardiologische Diagnostik und Therapie in der Region auf eine zukunftsweisende technische Grundlage.

 

Präzise Bildgebung trifft auf geringere Strahlenbelastung

 

Für die Patientinnen und Patienten aus Altenburg und Umgebung bedeutet die Modernisierung vor allem eines: zeitgemäße Untersuchungen mit maximaler Sicherheit. Die neue Anlage kombiniert modernste Bildgebung, die höchsten qualitativen Ansprüchen genügt, mit optimierten Möglichkeiten zur Reduzierung der Strahlenbelastung.

Zudem profitieren das Behandlungsteam und die Patienten von effizienteren Arbeitsabläufen. So ermöglicht die neue Technik die Integration multimodaler Bildgebungsverfahren. Das bedeutet, dass beispielsweise Ultraschalluntersuchungen direkt von innen aus dem Blutgefäß heraus durchgeführt und verschiedene Bildaufnahmen kombiniert werden können. Den behandelnden Ärztinnen und Ärzten liefert dies ein noch genaueres Gesamtbild.

Johannes Wilde, Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Internistische Intensivmedizin, betont die medizinischen Vorzüge der Neuanschaffung:

„Mit der neuen Anlage verfügen wir nun über eine Technik der aktuellen Generation. Sie erweitert unsere Möglichkeiten, Gefäßveränderungen sehr genau zu charakterisieren und Eingriffe sicher, schonend und zielgerichtet durchzuführen.“

 

Gezielte Investition in die wohnortnahe Versorgung

 

Das Leistungsspektrum des neuen Labors ist breit gefächert und deckt die wichtigsten kardiologischen Notfälle und Routineeingriffe ab. Im Herzkatheterlabor werden unter anderem durchgeführt:

  • Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Herzkranzgefäße (z.B. bei Durchblutungsstörungen).
  • Gefäßerweiterungen mittels Ballon oder die Einsetzung von Stents.
  • Eingriffe an undichten Herzklappen und Ablationsbehandlungen bei Vorhofflimmern.
  • Implantation von Okkludersystemen und Herzschrittmachern.
  • Akutversorgung, wie die Absaugung von großen Blutgerinnseln bei einer akuten Lungenembolie.

 

Für die Geschäftsführung des Klinikums ist die Inbetriebnahme ein klares Bekenntnis zum Standort. Geschäftsführerin Dr. Gundula Werner erklärt dazu:

„Mit dem neuen Herzkatheterlabor investieren wir gezielt in die wohnortnahe Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Herzerkrankungen. Die neue Technik stärkt einen wichtigen Bereich unseres Klinikums und schafft gute Voraussetzungen für eine moderne kardiologische Diagnostik und Therapie.“

 

Reibungsloser Übergang durch geschultes Team

 

Gerade bei komplexen Herzerkrankungen sind kurze Wege, klare Abläufe und eine enge Abstimmung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung lebenswichtig. Vor, während und nach den Eingriffen arbeiten Ärzte, Pflegekräfte und medizinisch-technisches Personal im KAL Hand in Hand.

Um einen nahtlosen Übergang zu gewährleisten, wurde das gesamte Team im Vorfeld umfassend auf die neue Hightech-Anlage vorbereitet. Die langjährigen Erfahrungen aus dem bisherigen Labor fließen dabei direkt in den neuen Arbeitsalltag ein. „Unser Ziel ist es, Patientinnen und Patienten mit Herzerkrankungen weiterhin kompetent, sicher und möglichst wohnortnah zu versorgen“, fasst Chefarzt Wilde zusammen. Das neue Herzkatheterlabor sei dafür ein entscheidender Baustein.

 

Hintergrund: Was passiert im Herzkatheterlabor?

 

Im Herzkatheterlabor können Kardiologen die Herzkranzgefäße mithilfe eines sehr dünnen Katheters und moderner Röntgentechnik von innen sichtbar machen.

  • Diagnose: Es lässt sich präzise erkennen, ob Gefäße verengt oder gar verschlossen sind.
  • Behandlung: Falls medizinisch notwendig, können erkannte Engstellen oft im selben Eingriff direkt behandelt werden – beispielsweise durch eine Ballonerweiterung oder das Einsetzen einer Gefäßstütze (Stent).
  • Gründe für den Eingriff: Häufige Ursachen für eine solche Untersuchung sind unklare Brustschmerzen, auffällige Ergebnisse bei Belastungsuntersuchungen (wie dem Belastungs-EKG), der Verdacht auf eine koronare Herzerkrankung oder akute Herzbeschwerden.

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