16:24 Uhr | 13.03.2026
Thorsten Klöppel steht als neuer Landesvorsitzender der Thüringer FDP vor einer gewaltigen Herausforderung. Nach dem überraschenden Rücktritt von Thomas Kemmerich übernahm er im vergangenen November das Ruder der angeschlagenen Partei. In einem aktuellen Interview eines Thüringer Lokal-TV-Senders äußerte er sich nun offen zur kritischen Lage der Freien Demokraten. Obwohl die FDP in Thüringen derzeit bei nur einem Prozent steht, zeigt sich Klöppel kämpferisch. Er betonte, dass er kein Mensch sei, der ein sinkendes Schiff einfach verlässt.
Stattdessen wolle er den Landesverband von Grund auf neu strukturieren und die verbliebenen Mandatsträger tatkräftig unterstützen. Als zentrale politische Schwerpunkte der Thüringer FDP nannte er die Bereiche Bildung, einen funktionierenden Staat sowie eine starke Wirtschaft. Der neue Vorsitzende räumte jedoch ehrlich ein, dass der Partei derzeit die Glaubwürdigkeit bei den Wählern fehle. Diesen Vertrauensverlust führt er auf interne Grabenkämpfe und die oft unpopuläre Regierungsbeteiligung in der Berliner Ampelkoalition zurück. Viele wirtschaftsliberale Wähler seien durch die Kompromisse im Bund massiv enttäuscht worden.
Vor dem Hintergrund der jüngsten Wahlniederlagen in anderen Bundesländern forderte Klöppel auch auf Bundesebene personelle Konsequenzen. Ein glückloser Bundesvorsitzender müsse sich überlegen, ob er der Partei in einer anderen Rolle nicht besser helfe. Für den erhofften Neuanfang brauche die FDP nun frische, unverbrauchte Gesichter, die nicht durch die Ampel-Jahre belastet sind. Er selbst verkörpere in Thüringen genau diesen unvorbelasteten Neuanfang, auch wenn er momentan bei den Wählern noch relativ unbekannt sei. Um seine regionale Bekanntheit zu steigern, sucht er derzeit intensiv den Kontakt zu verschiedenen Wirtschaftsverbänden und Betrieben.
Ein großer Vorteil sei für ihn seine berufliche und finanzielle Unabhängigkeit vom politischen Geschäft. Hauptberuflich arbeitet er in der Leitung eines Lebensmittelladens und übt sein politisches Spitzenamt vollständig ehrenamtlich aus. Trotz der schwierigen Ausgangslage, die politisch oft einer Sisyphusarbeit gleicht, verliert der Parteichef nicht seinen Optimismus. Er warnt ausdrücklich davor, die gesellschaftliche und wirtschaftliche Lage in Deutschland grundsätzlich kaputtzureden. Am Ende des Jahres erhofft er sich einen personell erneuerten Bundesvorstand und wieder spürbar mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt.
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