12:01 Uhr | 15.01.2026
Nach acht Jahren im Dauerkrisenmodus sendet der Thüringer Wald erstmals wieder vorsichtige Entspannungssignale. Umweltminister Thilo Kummer stellte am Dienstag gemeinsam mit der neuen ThüringenForst-Vorständin Corinna Geisler den aktuellen Waldzustandsbericht vor. Die zentrale Botschaft der Regierungsmedienkonferenz lautet: Der Wald wird langsam wieder grüner, auch wenn die massiven Schäden der vergangenen Jahre noch lange nachwirken werden. Besonders erfreulich ist der drastische Rückgang beim Schadholzaufkommen im Jahr 2025. Fielen im Vorjahr noch drei Millionen Festmeter an, waren es zuletzt nur noch eine halbe Million. Dies liegt vor allem an einer deutlichen Entspannung der Borkenkäfer-Situation. Natürliche Fressfeinde des Käfers haben sich vermehrt, was die Population erfolgreich eindämmte, unterstützt durch eine für den Wald günstigere Witterung. Aktuell gelten wieder 22 Prozent der Thüringer Waldbäume als gesund. Das ist zwar immer noch ein niedriger Wert, entspricht aber einer Steigerung um drei Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Kronenverlichtung hat bei allen Baumarten abgenommen, was auf eine verbesserte Vitalität hindeutet.
Dennoch mahnte Minister Kummer zur Nüchternheit, denn die Verluste seit 2018 sind immens. Insgesamt fielen in diesem Zeitraum 23 Millionen Festmeter Schadholz an, was der regulären Holzernte von 16 Jahren entspricht. Diese Rohstofflücke stellt die heimische Säge- und Holzindustrie vor gewaltige Herausforderungen, da besonders Fichtenholz in naher Zukunft Mangelware sein wird. Corinna Geisler, die als erste Frau an der Spitze des großen Staatsforstbetriebes steht, betonte jedoch die Chancen der jungen Waldgeneration. Wo alte Fichtenbestände verschwunden sind, wächst vielerorts bereits ein neuer, artenreicherer Wald heran. Diese jungen Bäume zeigen sich deutlich widerstandsfähiger gegen den Klimawandel als die geschwächten Altbestände. Sorgenkinder bleiben jedoch weiterhin die Eichen sowie viele Laubbäume, die im Kronen- und Wurzelbereich massive Schäden aufweisen. Der Waldumbau bleibt daher laut Kummer eine langfristige „Generationenaufgabe“.
Um diese zu bewältigen, hat die Landesregierung im Haushalt 2026 zusätzliche Mittel eingeplant. Die Forstförderung wird um 2,4 Millionen Euro aufgestockt, um Waldbesitzer bei der kostenintensiven Pflege der Jungbestände zu unterstützen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Kleinprivatwald und den rund zehn Prozent der Waldflächen mit ungeklärten Eigentumsverhältnissen. Hier strebt die Regierung gesetzliche Änderungen an, um eine geordnete Bewirtschaftung und Pflege zu ermöglichen. Auch das Thema erneuerbare Energien spielt künftig eine größere Rolle für den Staatsbetrieb. ThüringenForst darf nun Windkraftanlagen auf eigenen Flächen errichten, sofern dies durch eine kommunale Bauleitplanung gestützt wird. Die Einnahmen daraus sollen helfen, die Pflege des klimastabilen Mischwaldes langfristig zu finanzieren. Trotz der aktuellen Lichtblicke warnen die Experten davor, dass der Klimawandel weiterhin Extremwetterereignisse mit sich bringen wird. Der Weg zu einem stabilen und gesunden Wald ist eingeschlagen, aber noch lang.
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