17:00 Uhr | 22.12.2023
Altenburg. „Das habe ich mir schon sieben Jahre gewünscht“, sagte Christina-Marie, selbst erst sieben Jahre alt, als sie das Buch der frechen Hexe in den Händen hielt. Die Freude war groß zur Rotary-Kinderweihnacht bei Möbel Schröter am Mittwochnachmittag (20.12.). 202 Geschenke waren aufgetürmt und warteten darauf, Wünsche von Waisen und anderen sozial benachteiligten Kinder- und Jugendlichen im Altenburger Land zu erfüllen. Das Besondere dieses Weihnachtsfestes aber sind nicht die Geschenke allein. Das Besondere ist das Weihnachtsfest selbst. Auf langen, festlich gedeckten Tischreihen im Restaurant warteten allerlei Naschwerk, Kakao und Obst auf die mehr als 200 jungen Gäste aus dem Altenburger Land. Moderator Stefan Bräuer hatte Trommelstöcke ausgeteilt und brachte den Saal zu Weihnachtsliedern zum Kochen. Selbst die Betreuer, Helfer und Mitglieder des Rotary-Clubs schlugen den Rhythmus fröhlich mit. Alle waren ausgelassen.
Stefan Bräuer unterhielt grandios die kleinen und großen Gäste des Festes. Als alle über 200 Kinder und jungen Leute ihre Geschenke samt kleiner Naschtüte in den Händen hielten, knisterte die Spannung fühlbar. Doch niemand wagte, sein Geschenk zu öffnen. Dann der erlösende Satz: Ihr dürft die Geschenke jetzt auspacken. Manchem entfuhr ein lauter Freudenschrei „ein Ball“. Andere Kinder packten vorsichtig aus, strahlten aus ihren Augen beim Anblick des Entdeckten. Eine für alle Anwesenden bewegende Szene. Stofftiere, bunte Decken, Spiele, Lego-Tiere hatten sich die Kleineren gewünscht. Für die Älteren kam eher Nützliches für die nahende selbstständige Zukunft zum Vorschein wie Bettwäsche oder ein Geschirrabtropfgestell.
Die Idee des Kinderweihnachtsfestes ist über zehn Jahre alt. 2010 initiierten der Rotary Club Altenburg und die Stiftung für benachteiligte Kinder und Jugendliche eine Sternaktion, die sich inzwischen zum festen Bestandteil des Weihnachtskalenders entwickelte. Jedes Jahr gestalten die Kinder der Heime ihren ganz persönlichen Stern und schreiben ihre Wünsche darauf. In diesem Jahr zierten die Sterne 15 Weihnachtsbäume in den verschiedensten Einrichtungen, wie Bankfilialen, Apotheken, Arztpraxen, in Möbelhaus oder auch Sportstudio. Jedermann konnte einen Stern kaufen und so einen Wunsch erfüllen. Allerdings musste man sich sputen, die Sterne waren schnell ausverkauft. Fast 5600 Euro kamen zusammen, fast 28 Euro pro Kind.
Um so viel Freude mit einem Fest dieser Größenordnung zu schenken, bedarf es allerdings vieler Helfer und Sponsoren hinter den Sternenkulissen. Geschenke besorgen, Extra-Gaben organisieren. Wohl 100 Stunden Arbeit habe allein das Verpacken der Geschenke gekostet, sagte Kay Schröter, Chef des gleichnamigen Möbelhauses in Windischleuba. Seine Mitarbeiter gestalteten das Restaurant für die Kinder. Im nächsten Jahr wird es wieder eine Sternenaktion geben, das betonte Schröter. Auf die wunderbaren Stunden einer echten Weihnacht will niemand verzichten – Beschenkte nicht und nicht die Organisatoren.
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