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Regionales

16:24 Uhr | 02.03.2023

Endlagersuche wird länger dauern

Altenburg. Wohin mit dem in mehreren Jahrzehnten angefallenen  Atommüll? Deutschland braucht ein Atommüllendlager. Dafür in  Frage kommen viele Regionen in der Bundesrepublik. Auf der  Suche nach einem geeigneten Standort wird auch das Altenburger  Land unter die Lupe genommen (das Amtsblatt berichtete darüber  in seiner Ausgabe am 5. Februar 2022). Jetzt wurde die  Kreisverwaltung von der Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung per  Infobrief davon in Kenntnis gesetzt, dass die Standortsuche für ein  Atommüll-Endlager erheblich mehr Zeit in Anspruch nimmt als  veranschlagt. In dem jüngst von der Bundesgesellschaft für  Endlagerung vorgelegten Diskussionspapier zum Projektablauf  wird nunmehr eine Zeitspanne von 2046 bis 2068 für das gesamte  Verfahren bis zur eigentlichen Entscheidung für einen Standort  genannt. 

Für die über Jahrzehnte in deutschen Kernkraftwerken angefallenen  hochradioaktiven Abfälle braucht es eine sichere Endlagerstätte. Ein  entsprechendes Standortauswahlgesetz zum Finden dieses Standortes  hatte der Bund bereits 2013 auf den Weg gebracht. Bis 2031, so der  ursprüngliche Plan des Bundes, sollte der Endlagerstandort gefunden  sein, so dass ab 2050 dort die Einlagerung hätte beginnen können. Das  dauert nun deutlich länger. „Der Landkreis Altenburger Land liegt in  einem von 90 Teilgebieten, die die Bundesgesellschaft für Endlagerung  aufgrund der Gesteinsbeschaffenheit für geeignet erklärt hat. Jedoch sprechen eine Reihe von Ausschlusskriterien deutlich gegen einen  Endlagerstandort im Altenburger Land - zum einen etwa seismische  Aktivitäten und zum anderen das Fehlen erforderlicher kristalliner  Wirtsgesteine wie etwa Granit, die für ein Endlager zwingend  erforderlich sind. Die geowissenschaftlichen Kriterien für ein  Atommüllendlager sind hier bei uns einfach nicht erfüllt. Die  Wahrscheinlichkeit, dass das Altenburger Land für ein Endlager in  Frage kommt, tendiert daher gen Null“, erklärt Birgit Seiler, Leiterin des  Fachdienstes Natur- und Umweltschutz im Landratsamt.  

Dennoch ist der Landkreis derzeit noch Bestandteil eines vom Bund  definierten, weit über die Landkreisgrenzen hinausgehenden und  territorial gesehen sehr großen Teilgebietes und wird daher auch  regelmäßig über den Fortgang des Verfahrens informiert. Aktuell  arbeitet die Bundesgesellschaft für Endlagerung daran, die 90  Teilgebiete durch vertiefende Betrachtungen auf sogenannte  Standortregionen einzugrenzen und diese in einem Vorschlag dem  Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) zur  Prüfung vorzulegen. Das Bundesamt will dann in allen vorgeschlagenen  Standortregionen Regionalkonferenzen einrichten. Damit wird eine  umfassende Beteiligung auch der kommunalen Gebietskörperschaften  ermöglicht, bevor weitere Festlegungen getroffen werden.  

 

In einer vorherigen Version des Artikels, hieß es, dass über die Verlängerung durch die Bundesgesellschaft für Endlagerung informiert wurde. Diese Information war durch den Landkreis Altenburger Land falsch mitgeteilt worden!

 

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