12:15 Uhr | 04.02.2021
Sehr geehrte Damen und Herren in Erfurt und Berlin,
sehr geehrter Herr Bundesfinanzminister Scholz,
sehr geehrter Herr Bundeswirtschaftsminister Altmaier,
sehr geehrter Herr Tiefensee, Thüringer Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft,
in diesen Tagen erreichen mich und meine Mitarbeiter täglich verzweifelte Hilferufe von Altenburger Unternehmern. Insbesondere den Selbstständigen aus der Dienstleistungsbranche steht das Wasser bis zum Hals. Es tut weh erleben zu müssen, wie gestandene Männer und Frauen, die ihre Betriebe mit Fleiß und Geschick schon erfolgreich durch viele Krisen geführt haben, nun einfach nicht mehr weiterwissen. Den durch die Corona-Pandemie erzwungenen Lockdown, der meines Erachtens notwendig ist, können viele Geschäftsinhaber ohne die sofortige Auszahlung der zugesagten Unterstützung nicht mehr durchhalten. Das Problem scheint darin zu bestehen, dass die finanziellen Hilfen, konkret: die „Überbrückungshilfe III“ nicht bei den Unternehmen ankommen. Zurzeit ist es nicht einmal möglich, einen Antrag zu stellen. Das hat zur Folge, dass die zur Verfügung stehenden Gelder einfach nicht fließen. Den Betroffenen läuft aber die Zeit davon, bei laufenden Ausgaben und fehlenden Einnahmen wissen manche nicht, wovon sie morgen ihre Einkäufe bezahlen sollen.
Sehr geehrte Damen und Herren, ich bitte Sie, meinen Appell nicht falsch zu verstehen. Ich weiß, dass Sie sich um Lösungen bemüht haben und weiter bemühen. Ich sehe es aber als meine Pflicht als Oberbürgermeister an, Sie darauf hinzuweisen, dass die aktuelle Situation ungenügend ist und Altenburger Betriebe reihenweise in ihrer Existenz bedroht sind. Wenn nicht rasch dafür Sorge getragen wird, dass die zugesagten Finanzhilfen bei den Betroffenen ankommen, werden wir nicht nur eine schlimme Pleitewelle erleben, sondern auch viele menschliche Tragödien.
Mit freundlichen Grüßen, Ihr André Neumann, Oberbürgermeister der Stadt Altenburg
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