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09:55 Uhr | 28.08.2020

Veterinäramt sieht keine Probleme in Starkenberg

Schwere Vorwürfe erheben öffentlich vor allem Tierschutzorganisationen wie PETA gegen das Elefantenreservat und den Erlebnispark in Starkenberg. So würden hier Tiere unter nicht artgerechten Bedingungen gehalten. Dabei sei der Leiter des Parkes kein Unbekannter, immerhin habe es schon mehrere Verfahren, u.a. auch wegen Körperverletzung, gegeben, heißt es in den Pressemitteilungen verschiedener Tierschutzorganisationen.

 

Wir haben beim zuständigen Veterinäramt des Landratsamtes Altenburger Land nachgefragt. Demnach habe dieses Amt keine explizite Genehmigung für den Betrieb des Parkes gegeben und auch nicht geben müssen. So besitze der Inhaber eine Genehmigung für Training, Vorführung und Zurschaustellung von Tieren. Diese gelte bis 2023 und sei vom Landratsamt Meißen ausgestellt.

 

Weiterhin teilte das Landratsamt mit, dass inzwischen zahlreiche Anzeigen gegen den Betreiber beim Veterinäramt vorlägen. Diese kämen von Tierschutzorganisationen, Privatpersonen bzw. seien anonym beim Landratsamt eingegangen. In der Mitteilung des Landratsamtes heißt es dazu: "Der Fachdienst ist allen Anzeigen nachgegangen. Die Amtstierärzte der Kreisverwaltung waren mehrfach im Park bei Herrn Weisheit vor Ort, zuletzt am Donnerstag der vergangenen Woche (20.08.2020). Für eine unsachgemäße Haltung der Tiere oder gar für eine Tierquälerei gab es keine

Anzeigen.".

 

Laut Beobachtung der Tierschutzorganisation "Animal Rights Watch" würden die Tiere zahlreiche Verletzungen tragen. Auf Fotos der Tierschützer ist auch verschmutztes Trinkwasser für die Tiere zu sehen. Kritisch sehen die Tierschützer aber vor allem das sogenannte "Weben" der Elefanten. Dabei handle es sich um eine schwere Verhaltensstörung. Aus dem Veterinäramt heißt es dazu: "Was das Weben der Elefanten anbetrifft: Dies wurde bei allen Kontrollen durch das Veterinäramt in unterschiedlicher Ausprägung festgestellt. Seit wann und was der Auslöser dieses Verhaltens war, kann heute nicht im Detail ermittelt werden. Ein solches Verhalten können die Tiere ein Leben lang, auch wenn sich die Lebensverhältnisse ändern, zeigen. Es gibt dafür im Prinzip keine Lösung."

 

Foto: Animal Rights Watch

 

Auch das Reiten auf Elefanten sei kein Problem, heißt es in der Mitteilung des Landratsamtes. In den Zirkusleitlinien des Bundes sei dies als Beschäftigung für die Tiere aufgeführt und explizit erwünscht.

 

Auf dem Account von altenburg.tv bei Facebook ist inzwischen ein hitzige Debatte entbrannt. Zahlreiche Besucher des Parkes zeigen sich hier ebenfalls entsetzt über die Umstände unter denen die Tiere gehalten werden. Allerdings teilen hier auch einige Besucher mit, dass sie keine Tierquälerei beobachtet hätten.

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