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Regionales

00:00 Uhr | 15.06.2010

Jugendliche standen im Mittelpunkt

„Guten Appetit“, wünschte Vivien Etzold den Bewohnern der Wohnstätte der Arbeiterwohlfahrt in der Humboldtstraße in Altenburg als sie ihnen das Mittagessen servierte. Die älteren Leute waren schon etwas erstaunt, denn am 10. Juni 2010 war einiges anders als sonst. Eine 15-Jährige servierte ihnen das Essen, ihre  Mitschülerin Sara Boudissa spielte während dessen kleine Musikstücke am Klavier. Darüber hinaus halfen die Jugendlichen beim Ausfüllen der Essenpläne und beim Bepflanzen der Blumenkästen am Haus. Die beiden Schülerinnen der 9. Klasse des Lerchenberggymnasiums verrichteten an diesem Tag anlässlich des 1. Schülerfreiwilligentages im Altenburger Land erstmals ehrenamtliche Arbeit. „Ich finde es  schön, wenn wir älteren Menschen ein bisschen Abwechslung in den Alltag bringen können. Das gibt einem selber dann auch ein gutes Gefühl“, sagte Sara Boudissa. Und auch bei den Bewohnern der AWO Wohnstätte kam diese Aktion gut an, wie die 79-jährige Waltraud Schmidt bestätigte, die als älteste Mitspielerin der Altenburger Prinzenraubfestspiele selbst seit vielen Jahren ehrenamtlich tätig ist: „Die Idee finde ich sehr gut und würde mir gern noch mehr Kontakte zu jungen Menschen wünschen, denn als frühere Schulsekretärin hatte ich oft mit Schülern zu tun.“  

Ein Wunsch, den auch die hauptamtliche Beigeordnete des Landkreises, Christine Gräfe, hegt. Sie hatte gemeinsam mit Thüringens Staatssekretär im Sozialministerium, Dr. Hartmut Schubert, den 1. Schülerfreiwilligentag im Altenburger Land offiziell eröffnet. „Es wäre eine gute Sache, wenn wir ein Miteinander von Jung und Alt erreichen könnten, wenn Schüler z. B. in Altenheimen vorlesen würden“, sagte Christine Gräfe.

Insgesamt 120 Schülerinnen und Schüler des Lerchenberggymnasiums, der Dietrich-Bonhoeffer-Schule und der Erich-Mäder-Schule in Altenburg nutzten die Gelegenheit des 1. Schülerfreiwilligen- tages, um in einer der 17 teilnehmenden Einrichtungen in Altenburg ehrenamtliche Arbeit kennen zu lernen. So entstand u. a. im Botanischen Erlebnisgarten ein Insektenhotel, beim Kreisjugendring erhielten die Wände einen neuen Anstrich ebenso wie die Spielgeräte der Kindergärten „Mischka“ und „Spatzennest“, im Inselzoo wurden Tiergehege gesäubert, beim Bund der Vertriebenen Geschenke verpackt, in der Ostthüringer Neuen Arbeit halfen die  jungen Menschen in der Küche mit  und in der Umweltbibliothek erfolgte die Bücherausgabe. Alles Arbeiten, die sonst von Menschen im Altenburger Land im Rahmen ihres Ehrenamtes verrichtet werden.

Schülern die Vielfalt des freiwilligen bürgerschaftlichen Engagements praxisnah vorzustellen und ihnen zu zeigen, wie wichtig diese ehrenamtliche Arbeit für unser Gemeinwesen ist, das war das Anliegen des Schülerfreiwilligentages, der zum ersten Mal im Altenburger Land stattfand. „Wir müssen vor allem junge Menschen systematisch und koordiniert Angebote und Möglichkeiten auf dem Gebiet des Ehrenamtes vermitteln“ sagte Christine Gräfe im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung.

Thüringenweit fand die Veranstaltung - initiiert von der Thüringer Ehrenamtsstiftung - bereits zum 3. Mal statt. 3.200 junge Menschen aus dem gesamten Freistaat nutzten den Schülerfreiwilligentag, um sich ehrenamtlich in den Bereichen Soziales, Kultur, Sport, Religion, Feuerwehr und Umwelt zu engagieren.

Der Schülerfreiwilligentag findet bislang einmal im Jahr statt. Der Thüringer Staatssekretär im Sozialministerium, Dr. Hartmut Schubert, kann sich vorstellen, so etwas auch häufiger durchzuführen. „Schülerfreiwilligentage könnte man noch öfter organisieren. Junge Menschen machen an diesem Tag Erfahrungen, die sie auf ihrem Lebensweg ein Stück vorwärts bringen können. Es wäre schön, wenn ihr ehrenamtliches Engagement über diesen Tag hinaus anhält, z. B. in der Schule, im Verein oder in der Nachbarschaft“, sagte Dr. Hartmut Schubert.

Ein Großteil der Einrichtungen zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf des 1. Schülerfreiwilligentages im Landkreis. Im Ehrenamtsbüro des Landratsamtes, das für die Organisation der Veranstaltung verantwortlich war, gingen viele positive Rückmeldungen ein. Einige Institutionen haben zugleich ihre Teilnahme für 2011 signalisiert.

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