Altenburg, 24.09.2026 10:47 Uhr

Regionales

16:03 Uhr | 01.04.2026

Kreisbauernverband: Hoffen und Bangen

Altenburger Land - Die Vorzeichen verheißen Gutes: frostiger Januar, ein durchwachsener Februar und ein strahlungsreicher März, aber nicht über 20 Grad. Der Boden ist oberflächlich feucht, Trockenstress aber möglich. Für die Pflanzen scheint es -Stand jetzt- gut laufen zu können. „Es gab Bodenfrost bis 30-40 cm Tiefe, das hilft dem Boden, sich zu lockern“, teilt Tom Bauch, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Altenburg e.V. mit.

Doch nach diesen recht positiv stimmenden Aussagen stoppt die Weltlage diese Vorfreude. Der Iran-Krieg und die damit verbundenen enormen Teuerungsraten für Diesel und Dünger lassen viele Betriebe im Landkreis schon jetzt wieder an ihre Grenzen kommen.

 

Steigende Produktionskosten

 

Im Gegensatz zu anderen Berufszweigen, die das Auto stehen lassen können, müssen die Bauern die Felder bestellen, ihre Tiere und Ställe auf Vordermann bringen und dafür müssen sie mobil sein. „Die Produktionskosten verteuern sich gerade wieder, aber die Erzeugerpreise steigen nicht entsprechend in dem Maße, wie wir es bräuchten. Die Versorgung auf der ganzen Welt soll gut sein, daher ziehen die Preise für die Produkte nicht mit“, heißt es weiter vom Kreisbauernverband. Wer keine festen Kontrakte für Produktionsmittel hat, muss nun schauen, wie er oder sie möglichst kostendeckend agieren kann. Tierhaltende Betriebe haben fortlaufend hohe Kosten über das Jahr hinweg. „Zudem sind die Schweinepreise richtig im Keller und ebenso die Milchpreise“, fügt Bauch an. Schon in der Vergangenheit mussten zahlreiche schweinehaltende Betriebe aufgeben. Laut statistischem Bundesamt (Quelle Pressemitteilung Nr. 238 vom 1. Juli 2025) gab es im Mai 2025 insgesamt 15.300 Betriebe mit Schweinen in Deutschland. Dies ist ein Rückgang zum Vorjahr von 3,3 %. Jedoch waren es zehn Jahre zuvor noch 26.800 Betriebe, was im Zehnjahresvergleich einen Rückgang von 41% ausmacht. „Unverständlich ist es zudem, dass hier in Deutschland die Schweineproduktion abwandert und sich beispielsweise in Spanien aufbaut, wobei es dort extremen Wassermangel gibt. Dies ist aus unserer Sicht problematisch zu verfolgen.“

 

Schwierigkeiten mit Düngebeschaffung

 

Insgesamt benötigt die hiesige Landwirtschaft gerade zum Saisonstart Dünger, den viele Betriebe u.a. von den Düngeherstellern SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH oder Domo-Chemie aus Sachsen-Anhalt beziehen. Bei letzterem droht durch eine Insolvenz das Aus, die Stand 31.03.2026 aber scheinbar abgewendet werden könnte. Dies wäre für die Landwirtschaft im Landkreis ein Lichtblick. „Denn unsere Produktion hängt vielfach vom Stickstoffdünger ab und dies hat Folgen für die Produktions- und Anschaffungskosten, wenn wir nun andere Lieferanten brauchen. Für Qualitätsweizen z.B. braucht man einen bestimmten Anteil an Stickstoffdünger, den man einsetzen muss, um gewisse Qualitätsziele zu erreichen“, erklärt der KBV-Vorsitzende. „Wenn die Preise für Gas, Diesel und Dünger nicht zeitnah sinken und gleichzeitig die Agrarsubventionen immer mehr verringert werden, bei immer höherem bürokratischem Aufwand, werden selbst im fruchtbaren Altenburger Land Betriebe schließen. Dann sprechen wir nicht nur von einem Strukturwandel, sondern gar von einem Strukturbruch“, warnt der Kreisbauernverband.

 

 

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