09:54 Uhr | 21.01.2026
POSTERSTEIN. Der Uranabbau der Wismut hat Ostthüringen geprägt wie kaum ein zweites Kapitel der Geschichte. Ab dem 25. Januar widmet sich das Museum Burg Posterstein in einer multimedialen Sonderausstellung den vielen Facetten dieses Erbes – gesehen durch die Augen der jungen Generation.
Schachtanlagen, die das Landschaftsbild prägten, eine ganz eigene Wohnarchitektur und Biografien, die untrennbar mit dem „Staat im Staate“ verbunden sind: Die Wismut war in der DDR weit mehr als nur ein Bergbaubetrieb. Sie war Lebenswelt, Mythos und ökologische Herausforderung zugleich. Unter dem Titel „Gesichter der Wismut“ präsentiert das Museum Burg Posterstein vom 25. Januar bis zum 19. April 2026 eine Ausstellung, die genau diese Vielfalt einfängt.
Eine Spurensuche der nächsten Generation
Das Besondere an diesem Projekt: Es ist das Ergebnis einer intensiven, zweijährigen Forschungsreise junger Menschen aus der Region. Zwischen 2021 und 2023 begaben sich Jugendliche im Rahmen des Programms „Jugend erinnert“ auf Spurensuche. In Kooperation mit der Gedenkstätte Amthordurchgang in Gera entstanden so Porträts einer Epoche, die bis heute nachwirkt.
Die jungen Forscher suchten das Gespräch mit Zeitzeugen und stöberten in Archiven. Dabei stießen sie auf weit mehr als nur technische Daten. Die Fundstücke, die nun in Posterstein präsentiert werden, zeichnen ein lebendiges Bild des Alltags: Brigadetagebücher und persönliche Urlaubsfotos, alte Restaurant-Karten und Zeugnisse verschwundener Gastlichkeit oder Kontraste zwischen offizieller Propaganda und subkulturellen Punk-Songs.
Zwischen Nostalgie und kritischer Reflexion
Die Ausstellung versteht sich nicht als reine Rückschau. Sie wirft unbequeme Fragen auf, die bis in die Gegenwart reichen. „Was bedeutet die Geschichte der Wismut für aktuelle regional- bis globalpolitische Konflikte?“, lautet eine der zentralen Fragestellungen. Dabei geht es auch um die ökologischen Folgen und die Stimmen, die in der offiziellen Geschichtsschreibung bisher kaum Gehör fanden.
Die Schau ist bewusst abwechslungsreich und multimedial gestaltet, um sowohl ehemalige Wismut-Kumpel als auch junge Menschen anzusprechen, die die Zeit des Uranabbaus nur noch aus Erzählungen kennen.
Starke Partner für die Region
Entstanden ist das Projekt als partizipatives Langzeitvorhaben, unterstützt durch hochrangige Förderer wie die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und die Thüringer Staatskanzlei. Dass die Wanderausstellung nun ihren Weg auf die Burg Posterstein gefunden hat, unterstreicht die Bedeutung des Museums als regionaler Kultur- und Geschichtsort.
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