Altenburg, 24.09.2026 17:30 Uhr

Regionales

10:37 Uhr | 16.01.2026

Altenburger Jens Daniel verstorben

Altenburg. Streitbar und engagiert für das Gemeinwohl – die Worte umfassen wohl am ehesten, was der Altenburger Jens Daniel war. Am 10. Januar verstarb er völlig unerwartet. Ein großer Kreis von Freunden, Weggefährten und Mitstreitern trauert um den 61-Jährigen. 

 

Einen Nachruf für ihn zu verfassen, ist ein schwieriges Unterfangen. Zu viele Projekte hat Jens Daniel auf den Weg gebracht, zu viel Gutes im Altenburger Land gefördert. Studiert hat er Bauingenieurwesen. Ein Beruf, der gut zu ihm passte. Er packte an, war umtriebig und räumte bürokratische Hürden aus dem Weg. Niemals akzeptierte er ein Nein, wenn es um das Gemeinwohl ging. Er gehörte zu den ersten Mitgliedern des 1995 in Altenburg gegründeten Rotary Clubs. Zehn Jahre lang führte er die Stiftung für benachteiligte Kinder und Jugendliche aus dem Altenburger Land, die der Rotary-Club und der Lions-Club Altenburg vor 20 Jahren ins Leben gerufen haben. Aus dem Stiftungskapital, das Jens Daniel stetig zu mehren suchte, wurden Wünsche erfüllt. Kinder, die einen Sommerurlaub nicht kennen, die vielleicht sogar nicht genug zu essen bekommen oder von einem Weihnachtsgeschenk träumen, gerieten in den Blick. Jens Daniel trat ein für benachteiligte Kinder und Jugendliche im Landkreis - mit großem persönlichen Einsatz, ob finanziell oder körperlich. Dass er der Initiator der jährlichen Stadtrallye in Altenburg ist, verwundert da nicht. Auch dass er selbst für überraschende Aktionen an den Stationen sorgte, lag in seiner Natur. Manches allerdings blieb nicht ohne Konsequenzen, wie die Graffitigestaltung am Giebel eines Gebäudes am Pauritzer Platz. Von junger Hand gezaubert, mit staunenden Augen der Städter verehrt.  Auch flatterte ihm eine Anzeige wegen Waffenbesitzes auf den Tisch, weil er ein Bogenschießen organisiert hatte. Was zur Freude der beteiligten Kinder war, konnte in seinen Augen nicht falsch sein. 

 

Er war stolz, wenn er etwas geschafft hatte. Ebenso groß war sein Ärger, wenn etwas nicht klappte. Er gab einfach keine Ruhe, bis das Problem gelöst war. Nicht anders lief es mit dem Holzhaus für die Bonhoeffer-Schule, mit dem grünen Klassenzimmer für die Regenbogenschule, die neue Küche für das Insobeum in Rositz, die Unterstützung für die Eltern eines krebskranken Kindes, für den Altenburger Basketballverein…. Auch an der neuen Mensa des Spalatin-Gymnasiums hat Jens Daniel seinen Anteil. Und was wäre aus dem Teehaus geworden ohne ihn? Der Förderverein, dessen Gründungsmitglied Jens Daniel war, schaffte das Unmögliche und verwandelte die heruntergekommene barocke Anlage in ein Schmuckstück. Künstlern der Region war er ein freundlicher und begeisterter Unterstützer - eine Herzensangelegenheit, mangelte es doch an kommunalem Engagement.

 

Seine Unnachgiebigkeit ist es zuzuschreiben, dass er auch Einfluss auf die Stadtgestaltung nahm. Er suchte potenzielle Investoren für die vielen leerstehenden Gebäude, animierte sie zu Kauf und Sanierung. Er rettete die alte Poliklinik, die sich von einem abgewirtschafteten Gebäude zu einem modernisierten Ärztehaus wandelte. Dort findet sich auch der Firmensitz von medicoplan, dessen Geschäftsführer Jens Daniel war. Sein geschäftliches Augenmerk lag auf der Unterstützung von Ärzten und Apothekern. Nach der Wende stand er ihnen beratend zur Seite, ging es doch um das Neuland der Existenzgründung. Jens Daniel war Versicherungs-, Immobilienmakler und Hausverwalter und genoss das Vertrauen seiner Kunden. Seine Firma führt Sohn Paul Daniel mit dem erfahrenen Team in seinem Sinne fort. Jens Daniel hinterlässt seine Frau, die beiden erwachsenen Söhne und zwei Enkeltöchter. Und er lässt alle, die ihn kannten, ohne sein vor Freude glucksendes Lachen und die vor Stolz strahlenden Augen über Gelungenes zurück. 

 

Petra Lowe

 

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