17:13 Uhr | 09.03.2022
Der Bundespräsident wird – wie nach seiner Wahl durch die Bundesversammlung angekündigt – in seiner zweiten Amtszeit verstärkt den direkten Austausch mit Menschen überall im Land suchen. Vor Ort möchte er das Gespräch über die Herausforderungen aktueller Krisen und gesellschaftlicher Transformationen sowie über unsere gemeinsame Zukunft führen – offen und interessiert, kontrovers und respektvoll.
Dafür verlegt er ab jetzt seinen Amtssitz immer wieder in unterschiedliche Teile des Landes und führt seine Amtsgeschäfte von dort. Diese Reisen heißen "Ortszeit", denn der Bundespräsident nimmt sich vor, die Lage vor Ort genau zu vermessen. Und er nimmt sich Zeit, das Leben vor Ort kennenzulernen und zu verstehen. "Ortszeit" ist keine präsidiale Stippvisite: Der Bundespräsident ist ansprechbar, sucht auch spontane Begegnungen. Er möchte erfahren, was den Menschen Mut und Hoffnung macht und was sie skeptisch gegenüber unserer Demokratie und ihren Institutionen werden lässt. Er will schärfere Eindrücke gewinnen davon, was die Menschen vor Ort umtreibt und auch motiviert, Verantwortung zu übernehmen und was dies wiederum für politische Entscheidungsträger bedeuten kann.
Zum Auftakt lädt Bundespräsident Steinmeier am 18. März um 10.00 Uhr Kommunalpolitikerinnen und -politiker sowie engagierte Bürgerinnen und Bürger ins Schloss Bellevue. Gerade in Krisenzeiten sind die Kommunen das Rückgrat unserer Demokratie. Die Stärkung der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister ist dem Bundespräsidenten ein zentrales Anliegen. Hass und Bedrohungen gegen sie dürfen nicht unwidersprochen bleiben. Gemeinsame Erfahrungen der Kommunen, Stolz auf Erreichtes und starke Bündnisse des Engagements sind von großer Bedeutung und sollen bei der Veranstaltung sichtbar werden. Mit seinen Gästen wird er über die Versorgung ukrainischer Flüchtlinge vor Ort, über deutsch-ukrainische Brückenschläge in den Kommunen, über Perspektiven nach der Pandemie und über gelungene Beispiele für ein gutes Miteinander diskutieren.
Unmittelbar nach der Veranstaltung wird der Bundespräsident gemeinsam mit dem Altenburger Oberbürgermeister, André Neumann, per Bahn nach Altenburg in Thüringen aufbrechen; dort beginnt die erste "Ortszeit Deutschland".
In seiner Rede vor der Bundesversammlung hatte Bundespräsident Steinmeier betont: "Wenn wir aus den großen Umbrüchen einen gemeinsamen Aufbruch machen wollen, dann geht das nicht durch staatliche Verordnung allein. Dann müssen wir Brücken bauen. […] Brücken in Richtung Zukunft, die breit und stark genug sind, dass wirklich alle darüber gehen können." Mit der "Ortszeit Deutschland" begibt sich der Bundespräsident auf eine Reise an Orte, wo die großen Umbrüche unserer Zeit spürbar werden.
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