08:21 Uhr | 21.07.2020
Die Corona-Pandemie stellte auch die lokalen TV-Veranstalter vor große Herausforderungen. Die Nachfrage nach verlässlichen lokalen Informationen war noch nie so hoch, gleichzeitig brachen mit dem Lockdown die Umsätze drastisch ein und es wurde schwierig, den Sendebetrieb überhaupt aufrecht zu erhalten. Finanzielle Unterstützung half einer Reihe von Sendern über diese schwierige Phase.
So kritisch die wirtschaftliche Lage auch für die Sender selbst war, so innovativ gingen die Thüringer Sender mit der Krisensituation um. Sie bauten ihre Informationsplattformen für die Kommunen aus, wurden zu „Ersatz-Bühnen“ für Kunst und Kultur und stellten den lokalen Gewerbetreibenden sogar unentgeltlich Werbezeiten zur Verfügung.
Auch hinsichtlich neuer Formate, anderer Übertragungswege und der Entwicklung neuer Arbeitsabläufe begriffen die TV-Stationen die Krise als Chance. Im Programm aller Sender nehmen Übertragungen von Gottesdiensten, Aufzeichnungen von Theatervorstellungen oder Sportevents inzwischen einen breiten Raum ein.
Lokal-TV veranstaltet z. B. Studiokonzerte mit der Möglichkeit für die Zuschauer, die Künstler über „virtuelle Eintrittskarten“ zu unterstützen. Es gab auch die Ausstrahlung von kostenlosen Kurzclips für ortsansässige Händler, mit denen über ihre Angebote während der Schließung informiert wurde. In einem weiteren Thüringer Fernsehangebot wurde bereits im März die Aktion „VergesstUnsNicht“ durchgeführt. Über 40 Gaststätten und Firmen aus der Region nutzten diese Möglichkeit für kostenfreie Werbetafeln.
Die Fernsehsender verzeichneten nach eigenen Angaben in der Corona-Krise signifikante Reichweitenzuwächse, was sie vor allem an den Zugriffszahlen im Internet fest machen.
„Es ist mehr als nur ein schönes Zeichen, die regionale Wirtschaft - von deren Werbeschaltungen die privaten Rundfunkanbieter selbst ja leben - in der Krise zu unterstützen.“, kommentiert Jochen Fasco, der Direktor der TLM die Aktivitäten der Lokal-TV-Veranstalter. „So gewinnt man langfristig neue Werbekunden und steigert die Akzeptanz der lokalen Medien – eine win-win-Situation im besten Sinne des Wortes.“
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