10:32 Uhr | 13.08.2026
Altenburger Bauern ziehen nach dem Hitzesommer eine bittere Bilanz
Beim jüngsten Erntefachgespräch zog der Kreisbauernverband des Altenburger Landes eine überaus durchwachsene Bilanz. Obwohl in ganz Thüringen die Erträge deutlich geringer ausfallen, ist das Altenburger Land insgesamt noch mit einem blauen Auge davongekommen. Die Bedeutung der Landwirtschaft in der Region sei immens, denn immerhin 70 Prozent des Landkreises bestehen aus landwirtschaftlicher Nutzfläche. Dennoch haben zwei aufeinanderfolgende Tage mit Rekordtemperaturen von 40 Grad enorme Schäden im Weizen- und Rapsanbau verursacht.
Angesichts massiver Ausfälle hoffen viele landwirtschaftliche Betriebe in diesem Jahr nur noch darauf, am Ende mit plus-minus Null abzuschließen. Ein kleiner Lichtblick zeige sich beim Mais, der im Altenburger Land aktuell deutlich besser auf den Feldern steht als im restlichen Thüringen. Auch bei der Futterernte blieb die ganz große Katastrophe glücklicherweise aus, jedoch können die Landwirte für den kommenden Winter absolut keine Reserven anlegen.
Zu den witterungsbedingten Verlusten gesellen sich enorme Kostensteigerungen in der Landwirtschaft, die heimische Agrarprodukte international nicht mehr wettbewerbsfähig machen. Aus diesem Grund konzentrieren sich die Betriebe nun verstärkt darauf, vorrangig den nationalen Binnenmarkt zu bedienen. Ein weiteres Problemfeld ist die Braugerste, die aufgrund des sinkenden Bierabsatzes im Preis so stark gefallen ist, dass sie mittlerweile fast so billig wie Futtergerste gehandelt wird.
Gleichzeitig sind die Ausgaben für Düngemittel massiv in die Höhe geschossen, was unter anderem durch den Irankrieg bedingt ist. Hierbei stellen auch die derzeitigen Niedrigwasserstände der Flüsse ein massives Problem für die Landwirtschaft dar.
Lediglich die Wintergerste verzeichnet in dieser ansonsten sehr angespannten Lage einen positiven Trend. In vielen anderen Teilen Thüringens sind zudem die Hagelschäden an den Kulturen in diesem Jahr enorm ausgefallen. Für viele Betriebe ist die diesjährige Rapsernte aufgrund all dieser Faktoren schlichtweg nicht mehr kostendeckend. Allein das extreme Wetter am Wochenende des 25. und 26. Juni hat die gesamte Ernte entscheidend negativ beeinflusst.
Eine solch angespannte Situation habe es im Altenburger Land in den Jahren von 2010 bis 2020 nicht ein einziges Mal gegeben, erinnert sich der frühere Kreisvorsitzende des Verbandes Bernd Apel. „Man muss sich auf den Klimawandel einstellen, dieser ist Realität“, betonte Roberto Geier vom Obstgut Geier, dessen Obstbau massiv mit Frost, Hitze und Hagel zu kämpfen hat. Da das behördliche Wasserentnahmeverbot ein großes Problem darstellt und die Verdunstungsrate trotz eigentlich guter Wassermengen in Thüringen stark gestiegen ist, wird man künftig im Obstbau über eine wassersparende Tröpfchenbewässerung nachdenken müssen. Diese kollidert jedoch mit dem behördlichen Wasserentnahmeverbot. Hier müsse man mit der Verwaltung unbedingt in Kontakt bleiben.
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